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Inflation in Sachsen fällt auf null

07.01.2021
Keine Teuerung mehr: Ein Durchschnittssachse bekam im Dezember für dasselbe Geld genauso viel wie ein Jahr zuvor. Corona trug dazu bei.

Von Georg Moeritz 

Kamenz. Äpfel sind etwas teurer, dafür ist Gemüse billiger als vor einem Jahr: Die Inflation ist in Sachsen insgesamt zum Stillstand gekommen. Das Statistische Landesamt in Kamenz berichtete am Mittwoch, die Verbraucherpreise seien im Dezember „im Vergleich zum Vorjahr konstant“ geblieben. Zum Ende des Corona-Jahres mit teilweise stillgelegter Wirtschaft gab es also insgesamt keine Teuerung mehr.

Im Durchschnitt aller Monate des Jahres lag die Inflationsrate in Sachsen bei 0,8 Prozent, doch zum Jahresende hin wurde sie kleiner. Für November hatten die Kamenzer noch 0,1 Prozent errechnet, für Dezember meldeten sie nun die 0,0.

Für Deutschland insgesamt stellte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden sogar eine negative Inflationsrate fest: Im Dezember seien die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent niedriger gewesen als ein Jahr zuvor. Solche Unterschiede zwischen den Bundesländern fanden die Statistiker schon häufiger. Ein Grund dafür ist, dass Erhöhungen des Mindestlohns in den neuen Ländern stärker als im Westen zu Preiserhöhungen etwa in Gaststätten führen.

Im Dezember wurden die Gaststätten allerdings geschlossen, sodass die Statistiker weniger Speisekarten auswerten konnten. Beim Friseur und anderen Dienstleistungen für die Körperpflege stiegen die Preise im vergangenen Jahr in Sachsen im Durchschnitt um 5,5 Prozent.

Strom teurer, Kleidung billiger

Die niedrigen Preise für Benzin und Heizöl trugen zur insgesamt geringen Teuerung bei. Auch wegen der gesenkten Mehrwertsteuer war Benzin im Dezember noch 10,3 Prozent billiger als ein Jahr zuvor, Heizöl um 24,4 Prozent. Die Kaltmieten stiegen nach Angaben der Statistiker in Sachsen um nicht mehr als 0,1 Prozent.

Nahrungsmittel wurden im Jahresvergleich in Sachsen um 0,7 Prozent teurer, Fleisch noch deutlich stärker. Die Strompreise stiegen im Schnitt um 3,1 Prozent. Doch dafür wurde Kleidung um 3,3 Prozent billiger, auch bei Schuhen und Haushaltszubehör gab es Preissenkungen.

Derzeit sind die Modeläden und Schuhgeschäfte allerdings zu. Seit Jahresanfang gilt nicht mehr die gesenkte Mehrwertsteuer. Welche Händler deswegen ihre Preise erhöhen und wie stark, wird sich erst noch zeigen - und in vier Wochen im nächsten Inflationsbericht der Statistischen Ämter niederschlagen.

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