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Inflationsrate in Sachsen auf 2,4 Prozent

31.05.2021
Im fünften Monat in Folge klettert die Jahresteuerungsrate höher – ein Trend, der nur vorübergehend andauert, wie die Bundesbank verspricht.

Von Nora Miethke

Gestiegene Energiepreise haben die Inflation in Sachsen weiter angeheizt. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamts in Kamenz stieg die Jahresteuerungsrate im Mai auf 2,4 Prozent. Im April hatte sie noch bei 2,0 Prozent gelegen.

Für ganz Deutschland gibt das Statistische Bundesamt die voraussichtliche jährliche Inflationsrate für Mai mit 2,5 Prozent an, nach 2,0 Prozent im April und 1,7 Prozent im März. Seit dem Auslaufen der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung Ende 2020 sind die Verbraucherpreise den fünften Monat in Folge gestiegen – in Sachsen wie gesamten Bundesgebiet. Die Inflationsrate könnte , wie die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht schreibt, bis zum Jahresende sogar vier Prozent erreichen. Grund sind Sondereffekte wie die im zweiten Halbjahr 2020 abgesenkte Mehrwertsteuer. Allerdings rechnen Notenbanker und Volkswirte 2022 und 2023 wieder mit einer deutlichen Abschwächung der Teuerung.

Energie besonders teuer

Besonders tief in die Tasche greifen mussten Verbraucher in Sachsen im Mai im Vergleich zum Mai vor einem Jahr für Energie, die sich um 9,7 Prozent verteuerte. Gegenüber dem Vormonat sind die Energiepreise um 0,5 Prozent gestiegen. Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 waren die Rohölpreise wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt eingebrochen. Sprit und Heizöl wurden deutlich billiger. Inzwischen haben sich die Rohölpreise wieder erholt. Auch die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe von 25 Euro je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid (CO2), das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, lässt die Preise fürs Heizen und Tanken klettern.

Aber auch andere Produkte kosten mehr Geld. Wer die zahlreichen Feiertage im Mai trotz der besonderen Umstände entsprechend begehen wollte, kam an Preisanpassungen nicht vorbei, betonen die sächsischen Landesstatistiker. Für den Strauß Blumen (11,5 Prozent) oder die Zimmerpflanze (6,0 Prozent) als Geschenk zum Muttertag musste deutlich mehr Geld als im Vorjahr eingeplant werden. Ebenso war der Blumengruß aus der Ferne mittels Lieferservice (5,5 Prozent) nicht mehr zu den Vorjahreskonditionen möglich. Die Preise für Pralinen erhöhten sich im Vergleich zum Mai 2020 dagegen nur um 1,3 Prozent, während Sekt (-3,5 Prozent) sogar günstiger angeboten wurde.

Der Einkauf für das beliebte Grillen zu Christi Himmelfahrt oder den Pfingstfeiertagen war nicht in jedem Fall mit gestiegenen Ausgaben verbunden. Zwar erhöhten sich im Vergleich zum letzten Jahr die Preise für frische Brötchen (3,4 Prozent) sowie Ketchup (2,2 Prozent) und Senf (1,2 Prozent), sanken jedoch für Bratwurst (-2,0 Prozent) und Getränke wie beispielsweise Apfelsaft (-3,8 Prozent) oder Orangensaft (-2,4 Prozent). Bei der Bierauswahl empfahl sich der Griff zu Weizenbier (-11,2 Prozent), da das beliebte Pils 1,3 Prozent mehr kostete als noch vor einem Jahr.

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