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Inflationsrate in Sachsen steigt auf 2,2 Prozent

30.04.2021
Nicht nur Kraftstoffe sind jetzt viel teurer als vor einem Jahr, auch Autoreparaturen und Milch kosten mehr. Aber einiges wurde billiger, sagen die Kamenzer Statistiker.

Von Georg Moeritz 

Dresden. Eine Inflationsrate über zwei Prozent gab es zuletzt im November 2018 - doch nun ist es wieder so weit. In Sachsen kostet ein typischer Warenkorb jetzt 2,2 Prozent mehr als vor einem Jahr im April. Damals zu Beginn der Corona-Pandemie war Tanken allerdings günstig. Inzwischen sind vor allem die Kraftstoffpreise wieder kräftig gestiegen. Das Statistische Landesamt in Kamenz rechnete am Donnerstag vor, dass für Diesel im April durchschnittlich 1,31 Euro zu bezahlen war, für Superbenzin 1,50 Euro und für Super plus 1,68 Euro je Liter.

Vor allem die Preis-Erhöhungen auf dem Energiemarkt haben also die Inflationsrate steigen lassen. Ohne die Energiepreise liegt die Inflationsrate in Sachsen jetzt bei 1,4 Prozent.

Die Preise für Nahrungsmittel sind insgesamt um 1,1 Prozent gestiegen. Die Statistiker nennen auch einige Beispiele: Milch ist 4,9 Prozent teurer als im April vorigen Jahres. Geflügelfleisch wurde um 6,6 Prozent teurer, Brot und Brötchen um 3,5 Prozent und frisches Obst um 2,9 Prozent.

Kaltmieten im Durchschnitt kaum gestiegen

Billiger als vor einem Jahr waren in diesem April Kartoffeln - und zwar gleich um fast 22 Prozent, denn sie waren voriges Jahr teuer. Billiger geworden im Jahresvergleich sind auch Rind- und Kalbfleisch sowie Fisch.

Bei Kleidung schreiben die Statistiker ebenfalls ein Minus vor die Preisentwicklung, allerdings konnten sie wegen der Corona-Schutzvorschriften nicht so viele Preise aus Bekleidungsgeschäften notieren wie sonst. Auch bei Reisen ist die Liste unvollständig, tendenziell wurden Pauschalreisen billiger.

Autofahrer müssen nicht nur fürs Tanken mehr Geld ausgeben: Die Tabellen aus Kamenz zeigen, dass auch die Werkstätten teurer geworden sind. Im Jahresvergleich stiegen die Preise für Pkw-Reparaturen um 5,4 Prozent. Fahrzeuge wurden beim Kauf um insgesamt 2,2 Prozent teurer. Strom ist jetzt 1,4 Prozent teurer als vor einem Jahr. Allerdings hatten viele große Stromerzeuger die Preise zu Anfang vorigen Jahres stark erhöht, danach nicht mehr.

Bei den Mieten stellen die Kamenzer Statistiker für Sachsen insgesamt keine auffällige Teuerung fest. Die sächsischen Kaltmieten sind nach ihren Erhebungen im Jahresvergleich um 0,8 Prozent gestiegen - also langsamer als etwa die Preise für Lebensmittel. In dieser Statistik wird allerdings nicht zwischen Großstädten und kleineren Orten unterschieden.

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