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Investor will bei Erntebrot einsteigen

13.11.2020
Corona hat die Verhandlungen verzögert. Aber der Insolvenzverwalter gibt der Bäckerei gute Zukunftschancen.

Von Jens Hoyer 

Döbeln. Es ist ruhig geworden um Erntebrot. In den letzten Monaten gab es keine schlimmen Botschaften, aber auch keine Erfolgsmeldungen. Die große Bäckerei hatte im Juli vergangenen Jahres zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet, aber unter Verwaltung weitergearbeitet. Der Insolvenzverwalter war auf Investorensuche gegangen und fündig geworden. Nach seiner Einschätzung sind die Zukunftsaussichten von Erntebrot sehr gut.

Insolvenzplan in Vorbereitung

Corona hätten die Verhandlungen mit möglichen Investoren in den vergangenen Monaten erschwert und verzögert, so eine Sprecherin des Insolvenzverwalters auf Anfrage. „Mittlerweile sind wir allerdings an einem vielversprechenden Punkt. Wir wollen noch im November unseren Insolvenzplan bei Gericht einreichen. Nach dessen Bestätigung gehen wir in die Umsetzung der Maßnahmen. Wir sind zuversichtlich, das Verfahren im ersten Quartal 2021 abschließen zu können.“ 

Ein Investor wolle sich bei Erntebrot engagieren, so die Sprecherin weiter. „Gemeinsam gibt es schon neue Ansätze für weitere Geschäftsfelder, zum Beispiel im Online-Geschäft.“

130 Mitarbeiter und 26 Filialen

Erntebrot hat derzeit noch 130 Mitarbeiter und verkauft seine Produkte in 26 Filialen. Die Pandemie schlägt aufs Geschäft. „Wie sich die Lage unter Corona weiterentwickelt, können wir jedoch nicht sagen. Denn durch den zweiten Lockdown wurden beispielsweise sämtliche Faschingsfeierlichkeiten abgesagt, und zudem fallen die Weihnachtsmärkte aus. 

Demgegenüber sind wir im Großkundengeschäft wieder nah am alten Niveau. Und es laufen Verhandlungen mit einem möglichen neuen Großkunden“, so die Sprecherin.

Stollenverkauf ab Werk

Auch das Weihnachtsgeschäft – das für die Bäckerei sehr wichtig ist – steht unter dem Zeichen von Corona. Der Tag der offenen Tür, der traditionell der Auftakt ist, hatte in diesem Jahr nicht durchgeführt werden können. Dafür soll es aber am 21. November einen Stollen-Werksverkauf geben, so die Sprecherin. „Außerdem möchten wir den Tag der offenen Tür im kleineren Rahmen gern nachholen, sobald es die Situation wieder zulässt“, so die Sprecherin. Dafür sei der erste Sonnabend im Dezember ins Auge gefasst worden. Je nach Lage soll kurzfristig darüber entschieden werden.

Aus der ersten Insolvenz hatte sich Erntebrot aufgerappelt und 2018 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Im Sommer 2019 kam ein neuer Einbruch, als die Umsätze saisonal bedingt zurückgingen und sich die Ausstattung mit liquiden Mitteln als zu gering erwies, um den Einbruch zu kompensieren. Der Betrieb wird auch im zweiten Insolvenzverfahren im vollen Umfang weitergeführt. Einige unrentable Filialen waren geschlossen worden.

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