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Kamenzer Wirt erhält Unternehmerpreis

14.05.2021
Mario Osmani vom La Piazza ist einer von zehn Oberlausitzern, die für ihr Handeln in der Corona-Zeit geehrt werden. Womit er überraschte und was er Neues plant.

Von Ina Förster 

Kamenz. Das war eine schöne Überraschung: Vor zwei Wochen lag besondere Post im Briefkasten beim Kamenzer Ristorante "La Piazza". Zuerst glaubten die Inhaber gar nicht, was in dem Schreiben des Landratsamtes Bautzen zu lesen war: "Sehr geehrter Herr Osmani, Sie wurden durch Doreen-Charlotte Hantschke, Wirtschaftsreferentin der Stadt Kamenz, für den Oberlausitzer Unternehmerpreis 2021 nominiert und sind Preisträger!"

"Ganz ehrlich? Wir dachten anfangs, das sei ein Scherz. Wir hatten von so einem Preis noch nie gehört", sagt Wirt Mario Osmani. Seine Frau Kerstin studierte das Schreiben genau. Alles hatte Hand und Fuß! "Wir freuen uns natürlich riesig über diese Anerkennung", sagen beide heute unisono.

La Piazza seit 13 Jahren in der Altstadt etabliert

Der Oberlausitzer Unternehmerpreis wird jährlich durch die Landkreise Bautzen und Görlitz ausgelobt. In diesem Jahr müssen die zehn Preisträger allerdings auf den Spätherbst warten, um ihn persönlich in Empfang nehmen zu können. In dieser schwierigen Zeit freut sich das La-Piazza-Team umso mehr über den Erfolg.

Die Arbeit in der Gaststätte, die sich vor 13 Jahren in der Kamenzer Altstadt etablierte, liege auf vielen Schultern. "Und somit auch diese Auszeichnung", sagt Mario Osmani, der eigentlich mit Vornamen Zimer heißt. Aber alle Kamenzer kennen den 39-Jährigen nur unter Mario.

Die Wurzeln seiner Familie liegen in Mazedonien, kroatische Einschläge sind ebenfalls dabei. Er spricht mazedonisch, kroatisch, italienisch und deutsch. Sein Cousin Zijo Pascarelli eröffnete das Ristorante bereits 2008. Die Geschäftsübergabe an Mario Osmani vor drei Jahren war fließend. Zijo Pascarelli führt heute eine Gaststätte in Bautzen sowie am Oppacher Gondelteich.

Preise für Menschen aus unterschiedlichen Branchen

Der Oberlausitzer Unternehmerpreis ist die erste Würdigung dieser Art für das Wirtshaus. Die Preisträger 2021 sind Frauen und Männer aus verschiedenen Branchen - und haben sich im zurückliegenden Corona-Jahr auf unterschiedliche Weise verdient gemacht.

Sie haben trotz Pandemie neue Mitarbeiter eingestellt oder sich für andere Unternehmerinnen und Unternehmer eingesetzt, sie organisierten Besuche am Pflegeheim-Fenster per Drehleiter der Feuerwehr oder ermöglichten Kinderbetreuung. Sie unterstützten die Landkreise frühzeitig bei der Besorgung von medizinischen Hilfsmitteln oder belieferten Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Pandemie-Gebeutelte kostenlos mit Mahlzeiten. Wie Mario Osmani.

Pizza-Aktion im ersten Lockdown

Von dieser Pizza-Aktion profitierten im ersten Lockdown Unternehmen in der unmittelbaren Umgebung des Gasthauses - so die Bäckerei Garten, der Rossmann-Markt, das Therapiezentrum Westlausitz, das Kamenzer Polizeirevier sowie die Kinderarztpraxis Dr. Fiedler. Auch im Malteser-Krankenhaus schaute Osmani vorbei. "Es war herrlich, die überraschten Gesichter zu sehen, wenn wir mit dem Essen vor der Tür standen", freut sich Mario Osmani noch heute.

Weiterhin sprang das La Piazza unkompliziert von März bis Mai als Imbiss-Versorger am Gewerbegebiet Ochsenberg zwischen den Werken 1 und 2 der Accumotive GmbH ein, als deren Betriebskantine im ersten Lockdown schließen musste.

Preisverleihung findet erst im November statt

Der Unternehmerpreis wird nun voraussichtlich zum "Wirtschaftstag Oberlausitz" verliehen. „Uns ist es wichtig, alle persönlich zu beglückwünschen. Allesamt haben in dieser ungewissen Zeit in beeindruckender Weise agiert“, sagt der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU). In der Hoffnung, dass Veranstaltungen zum Jahresende wieder stattfinden können, sind die Preisträgerinnen und Preisträger deshalb bereits jetzt persönlich für den 4. November nach Löbau eingeladen.

La Piazza-Chef hat neue Pläne

Mario Osmani kann es immer noch nicht richtig glauben. "Das Schöne kommt langsam", sagt er. In diesem Satz liegt aller Stolz, aber auch Ehrgeiz. Die Corona-Pandemie hat ihn und sein Team nicht gebrochen. Sie setzen durchgängig auf Abholessen bis abends 21 Uhr. So hält die Kundschaft dem La Piazza die Treue.

Osmani ist angekommen in der Lessingstadt, hat Träume und Pläne. Zuerst müssen die Gaststätten wieder öffnen dürfen. Dann plant er neben dem Tagesgeschäft im La Piazza auf dem Markt eine Außenbewirtschaftung. Dafür steht er in den Startlöchern, will den Imbiss-Wagen aktivieren für kleine Speisen und erfrischende Getränke. "Wir wollen so zur Stadtbelebung beitragen", sagt er. Ende Mai soll es dazu ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister geben.

  • Brigitte Lochner-Beyala, Friseursalon, Görlitz;
  • Rüdiger Schaper, KiEZ Querxenland gGmbH, Seifhennersdorf;
  • Uwe Stephan, Löbauer Druckhaus GmbH, Löbau;
  • David Schubert, Schubert Kabel- und Tiefbau GmbH, Boxberg;
  • Steffen Noack, SPIEGEL ART Steffen Noack GmbH & Co. KG, Weißwasser;
  • Axel Krüger, Weinhaus Krüger, Görlitz;
  • Carolin Proske, Alten- und Pflegeheim Radeberg;
  • Beate Birnick, GIL Ganzheitliche Ingenieurleistungen GmbH, Bautzen;
  • Udo Rölke, Neue Sächsische Lederwarenmanufactur, Wilthen.

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