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Keine Angst vor der Firmengründung

26.08.2020
„Idee sucht Gründer“ ist ein neues Informationsformat in Hoyerswerda.

Von Angela Donath

Hoyerswerda. Rückkehrer, Pioniere, Gründungswillige und Macher waren am Abend des 21. August in die KuFa zum Gründer-Event eingeladen. Gastgeber waren Madeleine Matschke-Wetzorke vom Marketingverein „Familienregion Hoy“ und Alexander Kühne, der in der Stadtverwaltung für die Wirtschaftsförderung verantwortlich ist. An diesem Abend bewies er darüber hinaus überraschende Entertainment-Qualitäten. 

Tatkräftig unterstützt wurden beide von der Lautech-Geschäftsführerin Kathrin Schlesinger. Sie hatte neben ihrem eigentlichen Programmteil coronabedingt die Aufgabe der „Mineralwasser-Flaschenöffnerin“ zu bewältigen, Madeleine Matschke-Wetzorke wurde aus dem gleichen Grund zur „Schnittchenreicherin“ qualifiziert. Nicht nur hier zeigten sich deutliche Unterschiede zu bereits oft erlebten, etwas steifen und meist schon vorhersehbaren Veranstaltungen mit ähnlichen Inhalten. Der Freitag-Abend in der KuFa war kurzweilig, informativ und in jeder Hinsicht ermutigend.

Ein Grund dafür lag in der knappen Redezeit für jeden der Akteure. In rund 15 Minuten mussten für den Marketingexperten Jörg Kühne und den Finanzanlagenfachmann Michael Linke (beide aus Cottbus) genügen, um den rund 30 Gästen im Saal zu erklären, wie man neben einen „normalen“ Job auf die Idee kommt, ein Brettspiel für zukünftige Immobilieninvestoren zu entwickeln, herzustellen und zu vertreiben. Kurz: Der Anfang war Zufall. Der weitaus größere Abschnitt beinhaltet viel Arbeit, Freude und Begeisterung und dieser Abschnitt hält bis heute an. Käuflich zu erwerben ist ihr Wirtschaftsspiel „Kompass“ bei Galeria-Karstadt und beim großen Päckchenverschicker Amazon.

Von der Kulturinsel Einsiedel war die Geschäftsführerin Doreen Stopporka angereist. Sie packte die 30-jährige Entwicklung der Kulturinsel in ihre 15 Minuten. Ein Drittel „Kulturinsel“ ist Spielplatz, zwei Drittel liegen in der Holzgestaltung und der Umsetzung kühnster Ideen. „Der Freizeitpark war so nicht geplant“, berichtet sie, „das ist beim Holzgestalten so nebenher passiert“. Ihr Unternehmen bestand 1990 aus einem Mitarbeiter, jetzt sind es 160. Rund 30.000 Gäste besuchen inzwischen jährlich den idyllischen Ort in der Neißeaue. Doreen Stopperkas Rat an alle Gründer in spe: Man darf nicht nur schuften, bis man umkippt, man muss auch mal abkömmlich sein. Ihr schlimmstes Erlebnis, so sagt sie, war die Anmeldung einer Insolvenz. Aber: „Wenn man einen Plan hat, kommt man darüber weg.“

Zur Planung der Selbstständigkeit sprach Kathrin Schlesinger: Rechtsform, Gesellschaftsvertragsmodelle, Gewerbeschein, Erlaubnispflicht, Businessplan, Berufsgenossenschaft? Solche und noch viele Fachbegriffe erläuterte sie kurz und ermunterte: Das muss sein! Haben Sie vor diesen Sachen keine Angst! Wir helfen!Gegen 20.30 Uhr ging es ans Netzwerken. Keiner der Gäste verließ den Raum – alle suchten und fanden ihren Gesprächspartner. Als Vertreterin der IHK stand beispielsweise Gudrun Thieme-Schmidt Rede und Antwort, Fragen zu Räumen und Vermietung konnte WH-Chef Steffen Markgraf beantworten. Wirtschaft, Ansiedlung, Rückkehrer, Gründer und damit verbundene Ideen scheinen auf einem guten Weg in Hoyerswerda zu sein.

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