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Klinik behandelt weiter trotz Insolvenz

20.09.2019
Das Krankenhaus im Tschechischen Rumburk arbeitet uneingeschränkt. Die Patienten fordern einen Erhalt des Krankenhauses.

Am 20. November entscheidet sich das weitere Schicksal des Krankenhauses in Rumburk (Rumburg). Das sagte die Insolvenzverwalterin Martina Jinochová Matyášová der Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“.

An diesem Tag findet die erste Gläubigerkonferenz statt. Bis 12. Oktober müssen die Gläubiger ihre Forderungen geltend gemacht haben. Damit steht der Fahrplan. Das städtische Krankenhaus war im Juli in Insolvenz gegangen, nachdem die Stadt eine erneute Begleichung der Verluste abgelehnt hatte. Dabei hatte die Stadt eine Begleichung in Aussicht gestellt, allerdings nur bei einer klaren Perspektive in Form einer Übernahme durch den Klinikverbund des Bezirkes Ústí Krajská zdravotní. Bis heute steht die verbindliche Zusage durch den Klinikverbund aus.

Laut der Insolvenzverwalterin ist das Krankenhaus trotz Insolvenz weiter voll in Betrieb. Sowohl die ambulanten Stationen als auch der Bettenteil funktionieren ohne Einschränkungen. Ob das Krankenhaus erhalten bleibt liegt vor allem am Verhalten der Krankenversicherungen, welche die größten Gläubiger sind. Hier deutet sich eine Änderung an, die Zahlungen an das Krankenhaus näher an den realen Leistungen zu orientieren. Bisher bezogen sich die Zahlungen auf das Leistungsspektrum der vergangenen Jahre. 

Das Krankenhaus ist die einzige Einrichtung im Schluckenauer Zipfel für rund 50000 Einwohner. Zwar wurde vor wenigen Wochen zwischen Tschechien und Sachsen eine Absichtserklärung unterzeichnet, welche in Zukunft die Behandlung von tschechischen Staatsbürgern in den grenznahen Einrichtungen in Sebnitz oder Ebersbach ermöglicht. Doch die Menschen im Schluckenauer Zipfel fordern vor allem den Erhalt der Klinik in Rumburk. Premierminister Andrej Babiš forderte bei einem Besuch des Bezirkes den Klinikverbund des Bezirkes Ústí zur Übernahme der Einrichtung in Rumburk auf.

 

Von Steffen Neumann 

Foto:© Steffen Neumann

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