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Korch nimmt Bio ins Programm

Landkreis Bautzen 15.05.2019
Der Radeberger Betrieb Korch erweitert die Produktpalette. Allerdings ist der Öko-Anteil noch überschaubar.

Das war ein Paukenschlag. Vor knapp einem Jahr verkündete Firmeninhaber Michael Korch, dass der ehemalige Unternehmensberater und Manager Felix Alber bei dem Radeberger Fleisch- und Wurstwarenhersteller einsteigt. Als Grund für den Einstieg wurden damals notwendige Investitionen und eine Neuausrichtung des Unternehmens genannt. Jetzt haben zwei Geschäftsführer bei Korch das Sagen.

Wie läuft es seitdem in der Firma? Marketingleiter Ralf Ludewig begrüßt es, dass ein „Neuer“ von außen gekommen ist. „Felix Alber hat etliche Arbeitsabläufe optimiert. Es sind viele kleine Schritte gemacht worden“, sagt er. So wurde die Art der Etikettierung verändert. Auch die Verpackung der Produkte wurde besser, sagt er. „Wir verwenden jetzt dünnere Folien. Damit konnten wir die Verpackung um 25 Prozent reduzieren.“

Nach seinen Worten hat sich der neue Chef akribisch ins Unternehmen eingearbeitet. „Er kommt ja vom Fach, hat als Manager Firmensanierungen in der Lebensmittelbranche vorangetrieben und damit schon einige Erfahrung. Bei uns ist er aber in jede Abteilung rein und hat dort nicht nur zugeschaut, sondern selber mitgearbeitet. Er wollte sehen, was besser geht.“ Derzeit ist Felix Alber vor allem für die Produktion verantwortlich, Michael Korch für den Vertrieb. „Kaufmännische Entscheidungen treffen beide meist gemeinsam.“ Die Doppelspitze bekommt der Firma offenbar. „Wir hatten jetzt den besten April seit Langem. Gerade bei Listungsgesprächen waren wir sehr erfolgreich. So ist unsere Käsewiener jetzt auch beim Markendiscounter Netto zu bekommen. Bei diesem Produkt ist der Absatz um 100 Prozent gestiegen.“ Ziel ist es nach seinen Worten, den Umsatz des Unternehmens zu verdoppeln, ohne genaue Zahlen zu nennen. Vor einem Jahr hatte die Firma allerdings bekannt gegeben, dass der Umsatz bei rund 50 Millionen Euro liegt.

Seit wenigen Tagen haben die Radeberger ganz neue Produkte im Angebot: Bio-Waren. „Wir bieten drei verschiedene Sorten an, Original Radeberger Lachsschinken, Graved Schinken und Rinderrohschinken. Die sind derzeit noch zum Vorzugspreis im Angebot“, sagt Ralf Ludewig. Das Fleisch dafür kommt von Bauern aus der Region. „Wir sind bestrebt, die Lieferwege möglichst kurz zu halten. Es ist ja auch Anspruch bei Bio-Produkten, sie nicht erst über weite Strecken zu transportieren.“ Allerdings sei es nicht ganz einfach, die erforderlichen Mengen vor Ort einzukaufen. „Der Bio-Boom macht sich bemerkbar.“ Der Marketing-Chef räumt ein, dass die Bio-Produkte noch einen relativ kleinen Anteil bei Korch ausmachen. „Es sind etwa um ein Prozent.“ Auf die Idee, das Angebot in Richtung Bio zu erweitern, hat Korch ein Großhändler in Westdeutschland. „Der ist zu uns gekommen und hat nach entsprechenden Produkten gefragt. Kunden würden immer mehr zu Waren mit dem Bio-Siegel greifen. „Dem sind wir gerne nachgekommen. Jetzt werden wir sehen, wie sich das entwickelt.“

Mitarbeiter werden gesucht

Mehr Umsatz, das heißt bei der Firma Korch auch mehr Mitarbeiter. „Derzeit sind wir rund 400 Kollegen. Die eine Hälfte in den Filialen und die andere in Produktion und Verwaltung. In allen Bereichen suchen wir weitere Mitarbeiter“, sagt Ralf Ludewig. Noch nicht entschieden ist über eine Großinvestition: eine neue Produktionshalle. „Sicher ist nur, wenn sie kommt, dann hier am Standort an der Großröhrsdorfer Straße.“ Die Radeberger Fleisch- und Wurstwaren Korch GmbH wurde nach der Wende gegründet und verkauft ihre Produkte in den 23 eigenen Filialen, aber auch in zahlreichen Supermärkten vor allem in Ostsachsen. Neben Felix Alber ist die Innovations- und Beteiligungsgesellschaft SIB, eine Tochter der Ostsächsischen Sparkasse Dresden an der Firma Korch beteiligt. Laut Geschäftsführer Christian Müller habe die SIB Anteile an Korch übernommen. Die Höhe hatten aber weder Felix Alber noch der SIB-Chef bekannt gegeben.

 

Von Thomas Drendel   

Foto: © Steffen Unger

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