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Lichtenauer Mineralwässer ab sofort klimaneutral

16.02.2021
Erst die Produktion, jetzt das ganze Produkt: Das sächsische Mineralbrunnen-Unternehmen erreicht einen weiteren Meilenstein in Sachen Umweltschutz.

Von Nora Miethke

Die Lichtenauer Mineralquellen GmbH legt viel Wert auf Nachhaltigkeit. So hat der Mineralwasser-Hersteller aus dem Erzgebirge seinen Produktionsprozess im vergangenen Herbst nach dem Nachhaltigkeitsstandard der Universität Witten/Herdecke als klimaneutral zertifizieren lassen. Es war damit das erste Mineralbrunnen-Unternehmen in Deutschland, das dieses getan hat. Seit Januar dieses Jahres sind auch sämtliche Mineralwässer der Marke Lichtenauer klimaneutral.

Im Unterschied zum klimaneutralen Standort, bei denen nur die direkt beeinflussbaren Emissionen ermittelt, reduziert und kompensiert werden, ist bei dem Produkt Lichtenauer Mineralwasser der gesamte Lebenszyklus des Produkts betrachtet und klimaneutral gestellt worden: von der Rohstoffgewinnung über die Abfüllung bis zur Lieferung in den Handel, einschließlich Recycling und Entsorgung.

Ökostrom aus Wasserkraft

„Unser Mineralwasser ist ein Naturprodukt, das von der Erhaltung des Ökosystems abhängig ist. Daher sehen wir uns in der ethischen Verantwortung, diese Naturressource zu schützen“, sagt Geschäftsführer Paul Korn zur Motivation. Auch sei es die Pflicht des Unternehmens, die eigene wirtschaftliche Grundlage zu schützen. Die Tochter der Hassia Mineralquellen Bad Vilbel GmbH mit derzeit 233 Beschäftigten füllt täglich rund 700.000 Flaschen mit natürlichem Mineralwasser aus dem Erzgebirgischen Becken ab. Im Sommer sind es bis zu einer Million Flaschen täglich.

Und so haben die Lichtenauer im Jahr 2015 begonnen, ihre Nachhaltigkeitsstrategie konsequent umzusetzen. Gemeinsam mit Climate-Partner, einen Anbieter und Berater für Klimaschutzlösungen, wurden zuerst der Ausstoß von Treibhausgasen ermittelt. Die erste Berechnung des CO2-Fußabdrucks erfolgte 2018, damals betrug er 4223,7 Tonnen Kohlendioxid für die gesamte Produktion am Standort, die schrittweise reduziert wurde.

Zum Beispiel durch die Umstellung der Energieversorgung auf hundert Prozent Ökostrom aus Wasserkraft umgestellt. Alle Gabelstapler fahren mit Elektroantrieb. Bewusst wird die Vermarktung auf Ostdeutschland mit den Kernmärkten Sachsen und Thüringen beschränkt, um kurze Transportwege zu garantieren. 80 Prozent der Händler befinden sich in einem Umkreis von 150 Kilometern. Die Mehrwegquote bei den Flaschen beträgt 84 Prozent.

Zwei Projekte in Peru

Beim Abfüllen und Verpacken lassen sich jedoch CO2-Emissionen nicht komplett vermeiden. „Aktuell haben wir 6045 Kilogramm CO2, die nach den Einsparungsaktivitäten verblieben waren, durch Klimaschutzprojekte kompensiert“, betont Korn. Zwei international zertifizierte Klimaschutzprojekte wurden ausgewählt, ein Waldaufforstungsprojekt in Uganda und ein Schutzprojekt im peruanischen Regenwald.

Korn waren auch die sozialen Aspekte der Projekte wichtig. So erhalten rund 1000 Familien in Peru und Uganda dadurch ein gesichertes Einkommen und medizinische Versorgung. Kunden, die sich darüber informieren wollen, müssen dazu den Code auf den Lichtenauer Mineralwasser-Flaschen scannen und gelangen darüber auf die Climate Partner-Homepage, auf der die Kompensationsleistungen dokumentiert sind.

Der Lichtenauer Mineralwasser-Chef hofft, dass die Kunden dieses Engagement goutieren werden. Das Thema Klimaschutz sei in aller Munde. „Viele Menschen möchten sich für Klimaschutz engagieren – und das sind nicht nur die Jüngeren unter uns“, sagt Korn. Die Anzahl derer die bei ihrem Einkauf auf „klimaneutrale Produkte“ achten sei zwar noch recht klein, jedoch stetig wachsend, fügt er hinzu. Da man jetzt erst beginne, den Kunden die Klimaneutralität etwa über neue Flaschenetiketten zu kommunizieren, könne er noch keine Effekte in der Umsatz- oder Absatzentwicklung feststellen. Doch unabhängig davon ist Korn "überzeugt, den richtigen Weg zu gehen".

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