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Lithiumsuche wird ausgedehnt

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 25.03.2019
Die Deutsche Lithium GmbH erkundet neben Zinnwald weitere 42 Quadratkilometer. Das hilft in einer heißen Phase.

Das sächsische Oberbergamt in Freiberg hat der Deutsche Lithium GmbH eine weitere Lizenz gegeben, um in einem Gebiet von 42 Quadratkilometer rings um Altenberg nach Rohstoffen zu suchen. Dies teilte Bacanora Lithium mit, die 50 Prozent der Anteile an der Deutschen Lithium hält. Das neue Lizenzgebiet ist eine Erweiterung des Projekts in Zinnwald, für das die Deutsche Lithium, die in Freiberg ansässig ist, bereits eine Bergbaulizenz hat.

Die neue „Altenberg-Lizenz“ ist für die Deutsche Lithium vor allem unter dem Aspekt interessant, dass es sich hier um dieselbe geologische Einheit handelt, die auch die bekannten Lithium-Vorkommen in Zinnwald enthält. Es gibt also Hoffnung auf weitere Funde. Peter Secker, Chef von Bacanora Lithium, sagt: „ Die Altenberg-Lizenz ist eine exzellente Ergänzung für unser Zinnwalder Lithiumprojekt.“ Die neue Lizenz gilt bis 2024, informierte Tobias Dressler, Abteilungsleiter im Oberbergamt.

Das Amt hat in den vergangenen Jahren im Osterzgebirge drei weitere Erlaubnisse zur Erkundung von Rohstoffen vergeben. Eine liegt bei Falkenhain, gehört ebenfalls der Deutschen Lithium und umfasst 2,95 Quadratkilometer. Die Trilithium Erzgebirge GmbH, eine Tochter der Lithium Australia mit Sitz in Perth, darf in einem Gebiet von zwei Quadratkilometer in der unmittelbaren Umgebung der Pinge in Sadisdorf sowie auf 15 Quadratkilometer an der Hegelshöhe bei Bärenstein Rohstoffe suchen.

Die Deutsche Lithium GmbH hat ihre Lagerstätte in Zinnwald erkundet, will dort ein Bergwerk errichten und in Altenberg eine Aufbereitungsanlage. Mit den bisher bekannten Lithium-Vorräten in Zinnwald würde das Bergwerk dreißig Jahre laufen, wie Deutsche-Lithium-Geschäftsführer Armin Müller informierte. Wenn das Unternehmen jetzt weitere Rohstoffe findet und diese abbauen kann, könnte die Aufbereitung länger in Betrieb bleiben und wäre damit wirtschaftlicher. Wenn zusätzliches Erz zu verarbeiten wäre, lohnte sich die Investition in die Anlagen mehr.

Und das ist zurzeit ein entscheidendes Argument. Denn das Zinnwalder Lithium-Projekt ist gerade in der heißen Phase seiner Finanzierung. Die Deutsche Lithium will ein Bergwerk auffahren und die Aufbereitung bauen. Das wird 120 Millionen bis 150 Millionen Euro kosten, schätzt Müller.

Nun ist bei den Eigentümern der Deutsche Lithium viel Bewegung. Auf den Weg gebracht hat das Zinnwalder Projekt 2011 der Solarworld-Konzern aus Bonn. Ihm gehört noch ein Anteil von 50 Prozent an der Deutschen Lithium. Doch er ist zwischenzeitlich in Insolvenz gegangen.
Und Bacanora Lithium, das vor zwei Jahren die Hälfte der Anteile an der Deutsche Lithium von Solarworld gekauft hat, ist auch in einer schwierigen Situation. Das kanadische Unternehmen, das an der Londoner Börse notiert ist, treibt zurzeit ein weiteres Lithium-Projekt in Mexiko voran.

Zwei Großprojekte gleichzeitig zu finanzieren, ist eine Herausforderung. Deswegen ist Bacanora in Gesprächen mit Investoren über die Möglichkeiten, die Deutsche Lithium separat an die Börse zu bringen, wie Bacanora ebenfalls mitteilt. Damit bestünde die Möglichkeit, neues Kapital für das Zinnwalder Projekt zu gewinnen.

Derzeit ist das aber nicht so leicht, weil die Preise sinken. Müller hält das aber für kein entscheidendes Problem. Erstens sinken die Preise deshalb, weil sie im vergangenen Jahr exorbitante Höhen von 20 000 Dollar pro Tonne Lithiumkarbonat erreicht hatten. Lithiumkarbonat ist die Form, in der das Material üblicherweise gehandelt wird. Vor wenigen Jahren – ungefähr bis 2015 – lag der Preis dafür bei 5 000 Dollar. Und dagegen sehen die aktuellen rund 10 000 Dollar gar nicht schlecht aus.

Die Deutsche Lithium will auch mit einer besonderen Aufbereitungstechnik die Stufe des Lithiumkarbonats hinter sich lassen und das anspruchsvollere Lithiumfluorid auf den Markt bringen. Dafür erwartet sie auch bessere Preise. Nicht zuletzt gehen die meisten Experten von einer weiter steigenden Nachfrage nach Lithium aus. Es wird für Akkus gebraucht in allen mobilen elektrischen Geräten.

 

Von Franz Herz

Foto: Thomas Kretschel

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