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Mehr Berufspendler in Sachsen

09.03.2020
Wer am Freitagabend auf der A 4 gen Dresden fährt, sieht die Blechlawine der Rückkehrer. Immer mehr Sachsen arbeiten in anderen Bundesländern.

Die Anzahl der sächsischen Berufspendler ist 2019 weiter gestiegen. Wie die sächsische Regionalstelle der Bundesagentur für Arbeit mitteilte, verließen im vergangenen Jahr 140.583 Sachsen regelmäßig den Freistaat, um zu ihrer Arbeitsstelle zu gelangen. 2018 waren es noch 1.000 Menschen weniger. Die meisten von ihnen pendelten den Angaben zufolge nach Bayern, auf Platz zwei und drei folgten Sachsen-Anhalt und Thüringen.

"Die hohe Pendlerzahl nach Westdeutschland entlastet immer noch ganz wesentlich den sächsischen Arbeitsmarkt und ist Ausdruck von zu wenig guter Arbeit und niedrigen Löhnen in Sachsen", kommentierte die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) die Zahlen. Das Entstehen von guter und existenzsichernder Arbeit sei zwar gleichermaßen für West und Ost wichtig, doch der Osten habe hier leider noch immer die schwächere Position.

"Dies darf die sächsische Landes- und auch die Bundesregierung nicht aus den Augen verlieren. Wir brauchen in Sachsen endlich höhere Löhne", betonte Zimmermann, die im Bundestag als Sprecherin ihrer Partei für Arbeitsmarktpolitik agiert. Die Arbeitgeber müssten grundsätzlich Arbeitszeitmodelle entwickeln, die den Beschäftigten Flexibilität einräumten und dem Pendelstress entgegenwirkten: "Nicht selten geht Pendeln mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen einher."

Auch die Zahl der Einpendler stieg um 1,2 Prozent auf 128.455 im Jahr 2019. Damit komme jeder 13. Beschäftigte in Sachsen aus einem anderen Bundesland oder dem Ausland, teilte die Bundesagentur mit. Die meisten von ihnen reisten aus Sachsen-Anhalt und Thüringen an. Die Zahl der aus dem Ausland einpendelnden Menschen bezifferte die Agentur auf 21 268. (dpa)

 

Foto: © Julian Stratenschulte/dpa

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