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Mehr Geld für Vitanas-Azubis

13.03.2019
Im Tarifstreit haben Verdi und der Pflegeheimbetreiber eine erste Einigung erzielt. An einigen Punkten hapert es aber noch.

Zum vierten Mal haben sich am Dienstag Mitarbeiter der Vitanas-Pflegeheime in Bautzen und Riesa mit der Gewerkschaft Verdi und mit dem Arbeitgeber der Pflegerinnen und Pfleger zusammengesetzt. Die Mitarbeiter fordern mehr Geld, mehr Urlaubstage und höhere Jahressonderzahlungen.

An diesem Verhandlungstag in Riesa ging es um den wohl wichtigsten Punkt aus Mitarbeitersicht: die Bezahlung. „Wir haben dem Arbeitgeber heute eine Tabellensystematik vorgeschlagen“, sagt Gewerkschaftssekretärin Manuela Schaar. „Wir fordern ein Bezahlniveau von 85 Prozent des TVöD.“ Beispielsweise die Arbeitgeber der Awo in Sachsen zahlen nach diesem Tarifvertrag. „Wir vergleichen also regional, nicht unrealistisch“, erklärt Schaar. Bislang zahlt Vitanas nach eigenen Richtlinien, aber ohne eine Mitsprache der Mitarbeiter. Und deutlich unter dem sächsischen Branchendurchschnitt, sagt die Gewerkschafterin. „Das Einstiegsgehalt für Fachkräfte liegt bei Vitanas bei 2 200 bis 2 300 Euro brutto.“ Das gilt bei einer 40-Stunden-Woche. Tatsächlich würden aber viele Kolleginnen in Teilzeit arbeiten. „Manche müssen trotz ihrer Arbeit noch aufs Amt rennen, um Transferzahlungen zu beantragen“, sagt Manuela Schaar. Ihre Forderung: ein Einstiegsgehalt von etwa 2 400 Euro für die Mitarbeiter. Vor allem an den geforderten 30 Urlaubstagen hapere es in den Verhandlungen derzeit noch.

Dennoch sagt Schaar: „Die Stimmung war heute kommunikativ und kooperativ, der Arbeitgeber hat sich offen gegenüber einem Tarifvertrag gezeigt.“ So konnten die Parteien im Tarifstreit an diesem Tag auch eine erste Einigung erzielen. Am Abend verkündet Gewerkschaftssekretärin Manuela Schaar: „Der Azubivertrag bleibt nun so.“ Verhandelt wird im Paket, eine Einigung im Manteltarif steht noch aus – solange ruht der Azubitarif also noch. Wird der Tarifvertrag beschlossen, steht fest: Die Vitanas-Azubis bekommen mehr Geld. Vor allem war der Gewerkschaft wichtig, dass die Auszubildenden einen Tag vor ihren Prüfungen freibekommen – auch damit zeigte sich der Arbeitgeber laut Schaar nun einverstanden. (WiS)

 

Foto:  © SZ/Uwe Soeder

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