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Metallveredlung investiert 5 Millionen Euro

Landkreis Mittelsachsen 13.02.2020
Mit der neuen Galvanikanlage soll ein Großauftrag abgearbeitet werden. Dabei entstehen auch zusätzliche Arbeitsplätze.

Die KAP AG will in diesem Jahr im großen Stil in ihren Standort Döbeln investieren. Vor reichlich zwei Jahren hatte der Konzern die Firmen Metallveredlung und Oberflächentechnik im Döbelner Gewerbegebiet vom Eigentümer erworben und unter dem Namen Metallveredlung Döbeln zusammengelegt. Jetzt werden rund fünf Millionen Euro in die Erweiterung der Produktion gesteckt.

Speziell geht es um eine Zink-Nickel Trommel-Beschichtungsanlage. Damit werden Kleinstteile für die Automobilindustrie galvanisch veredelt. Insbesondere Schrauben, Muttern, Verbindungselemente jeglicher Art – auch für die Möbelindustrie, so Alien Reich, Pressesprecherin der KAP AG auf Anfrage.

Das Unternehmen hatte einen größeren Auftrag für Verbindungselemente sowie andere Kleinst-Bauteile für die Automobilzulieferindustrie erhalten. Durch die Produktionserweiterung werden etwa zehn neue Arbeitsplätze geschaffen. Derzeit hat die Firma Metallveredlung nach Angaben von KAP etwa 150 Mitarbeiter.

Die neue Anlage soll in eine Halle im Werk I – der ursprünglichen Firma Metallveredlung – eingebaut werden. Anfang 2021 wird sie in Betrieb gehen. „Wir können uns in Döbeln mit unserer weitreichenden Investition auf die modernste Anlagentechnologie konzentrieren und müssen durch die vorhandene eigene Infrastruktur uns nicht um weitere Hallenbaumaßnahmen kümmern. Das spart Zeit und Geld“, sagte Nicolai A. J. Baum, Geschäftsführer der KAP Surface Technologies.

Die Firma war Ende 2017 mit dem Kauf von drei Betrieben in die Galvanikbranche eingestiegen. Neben den beiden Firmen in Döbeln erwarb der Konzern damals auch die Firma Galvanotechnische Oberflächen GmbH im vogtländischen Unterheinsdorf. Später kam die Heiche-Gruppe dazu, die auch einen galvanischen Betrieb in Leisnig unterhält. Seit den Übernahmen habe die KAP in alle Standorte einen „deutlich siebenstelligen Betrag“ zum Beispiel in ökologische und umweltschonende Anlagentechnik investiert – und will das auch fortführen. „In Döbeln werden wir zum Beispiel weitere hochmoderne Chrom 6 freie Kupfer-Nickel-Chrom Kapazitäten, Prüf- und Kontroll- sowie vollautomatische Verpackungsanlagen installieren“, erklärte die Pressesprecherin.

Galvanische Betriebe sind für den Konzern sehr interessant. „Die Branche ist sehr zerklüftet und besteht aus vielen Klein- und Kleinstbetrieben, welche oftmals Nachfolgeprobleme oder Investitionsstaus mit sich bringen“, so Alien Reich. „Gerade dies bringt jedoch auch für uns weiteres Potenzial, weshalb wir weiter deutlich wachsen werden und stark an der Integration weiterer Unternehmen interessiert sind. Alle Industriezweige bedürfen der Galvanotechnik. Ohne diese Schlüsselindustrie würden die meisten Produkte rosten, schnell verschleißen oder nicht glänzen.“

Im Sommer vorigen Jahres hatte ein Brand eine von zwei Hallen am Produktionsstandort im Vogtland zerstört. Wie die Freie Presse berichtete, war dieser für die Erweiterung der Produktionskapazitäten im Gespräch. Allerdings hatte sich KAP Surface Technologies anders entschieden. Wegen der vorhandenen Hallenkapazitäten wird die neue Anlage jetzt in Döbeln aufgebaut. Die Firma investiert zudem in eine zweite Anlage an seinem Standort in Polen.

3.000 Mitarbeiter bei der KAP AG

Die KAP AG ist nach eigenen Angaben eine mittelständische Industriegruppe mit 29 Firmen in 13 Ländern und rund 3.000 Mitarbeitern.
Die Firmen der KAP sind – neben der Oberflächenveredlung – in mehreren Bereichen tätig. Dazu gehören Hersteller von technischen Textilien, von Membranen, Planen, verstärkten Schwimmbadfolien sowie High-End-Projektionsleinwänden. Weitere Segmente beschäftigten sich mit IT-Beratung und bieten Sondermaschinenbau, Industriemontagen, Elektro- und Automatisierungstechnik an. Außerdem gehören Hersteller von Präzisionskomponenten aus Kunststoff- und Kunststoff-Metall-Verbundteilen zum Firmenportfolio.
In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres war der Umsatz der KAP AG zum Vorjahr leicht rückläufig. Als Grund werden unter anderem die sich abschwächende Konjunktur und die geringere Nachfrage im Automotive-Bereich genannt.

 

Von Jens Hoyer

Foto: © Dietmar Thomas

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