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Milch zapfen im Kaufland

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 11.10.2018
Der Bauernhof Deliga aus Mockethal beschreitet neue Wege in der Vermarktung. Das kommt Supermarkt-Kunden zu Gute.


Milchfans aufgepasst: Im Copitzer Kaufland gibt es seit vergangenem Freitag ein zusätzliches Angebot. Kunden können an einem speziellen Automaten pasteurisierte Frischmilch zapfen. Die Milch kommt von den Kühen des Bauernhofes Bernd Deliga, die von März bis November auf der Weide grasen. „Das Weide-Gelände befindet sich lediglich 1,5 Kilometer vom Kaufland entfernt, kurze Transportwege sind also garantiert“, betont Marcel Kleber Er ist der Schwiegersohn von Bernd Deliga und hat das gesamte Projekt ins Rollen gebracht.

Die Milch ist pasteurisiert, aber nicht homogenisiert oder hocherhitzt. Der Fettgehalt liegt bei 3,8 Prozent. „Sie schmeckt noch richtig nach Milch“, betont Kleber.

Ein Liter Frischmilch kostet 1,30 Euro, der halbe Liter 70 Cent. Natürlich können die Kunden ihre Behälter zum Abfüllen selber mitbringen. Das sei sogar im Sinne der Nachhaltigkeit erwünscht. Spontan Entschlossene müssen aber nicht ohne Frischmilch aus der Region nach Hause gehen. Neben dem Zapfautomaten steht ein weiterer Automat, an dem man für einen Euro eine wiederverwendbare Glasflasche erwerben kann.

Für beide Automaten hat das Unternehmen Deliga weit über 10 000 Euro investiert, so Kleber. Aufgrund finanzieller Zwänge will der Familienbetrieb mit diesem Pilotprojekt neue Vermarktungswege beschreiten. „Die Molkereien zahlen für den Liter Milch derzeit lediglich um die 35 Cent. Das ist nicht wirtschaftlich“, erklärt Marcel Kleber.

Zunächst müsse man beobachten, wie die Milchtankstelle in Pirna-Copitz im Kaufland von den Kunden angenommen wird. „Wir sind auf Stammkunden angewiesen“, sagt Kleber. Wenn es gut läuft, möchten er und das Team weitere Milchzapfstellen in Dresdner Einkaufsmärkten aufstellen. „Ich weiß, dass Edeka großes Interesse an solch zusätzlichem Angebot für die Kunden hat“, berichtetet der Schwiegersohn. Die Frischmilch scheint jedenfalls den Nerv der Pirnaer Kunden in Copitz zu treffen. Im Schnitt werden bisher täglich um die 100 Liter verkauft. „Damit sind wir sehr zufrieden“, ordnet Kleber ein.

 

Von Mareike Huisinga

Foto © Norbert Millauer

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