windel.jpg

Mit Windeln zu Europas Marktführer

14.05.2019
Die belgische Firma Drylock gehört mit ihrem Betrieb in Hrádek zu einem der größten Hygieneartikel-Hersteller in Europa. Und der tschechische Standort ist gewachsen.

Als ein Weltunikat sieht Leoš Preisler das, was ihm in Zittaus tschechischer Partnerstadt Hrádek (Grottau) gelungen ist. Während der vergangenen Monate hat die belgische Firma Drylock eine neue Fabrikhalle aufgebaut und investierte über 1,5 Milliarden Kronen (über 58 Millionen Euro). "Wir erleben eine turbulente Entwicklung, wir haben schon eine 100-prozentige Auslastung", bemerkt der Direktor.

Auf 17 Produktionsstrecken entstehen täglich bis zu sechs Millionen Windeln für Babys und 300.000 Windeln für Erwachsene. An der neuen Fabrik stehen auch 300 neue Parkplätze für die Mitarbeiter zur Verfügung. Sie dienen gleichermaßen als Platz für die Lkw-Transporte. Geplant ist noch ein Gebäude, das als Lager dient. Fertig soll es nächstes Jahr sein. 

Mit der Produktion stieg auch der Umsatz von 2,2 Milliarden Kronen 2017 auf vier im Vorjahr. "Für 2019 rechnen wir mit 6,8 Milliarden, das heißt mit einem Produktionszuwachs von 70 Prozent", berichtet Preisler. Die Firma will eine der größten Produzenten von Hygieneartikeln in Europa werden. "Ohne unseren Beitritt zur EU wäre so etwas gar nicht denkbar“, sagt Hradeks Bürgermeister Josef Horinka.

Die Firma beschäftigt 750 Angestellte, die 350 neuen Stellen hat sie problemlos besetzen können, wo hingegen viele andere tschechische Firmen fehlende Arbeitskräfte beklagen. "Für uns ist es wichtig, dass in der Fabrik trotz der Größe eine familiäre Atmosphäre herrscht und sich die Leute wohlfühlen", sagt der Leiter der Personalabteilung, Ondřej Kout. Im Vorjahr gewann die Firma zum vierten Mal den Titel "Arbeitgeber des Jahres".

Zur Produktpalette von Drylock gehören neben Babywindeln, Windelhöschen, Wickelauflagen und Feuchttüchern zur Babypflege auch Hygieneartikel für Erwachsene, wie Einlagen und Tampons. Die Produkte sind zwar nahezu vollständig für den Export bestimmt, aber einige Erzeugnisse kommen über die großen, international agierenden Supermarktketten auch nach Tschechien zurück.

Die Firma Drylock Technologies hat ihren Sitz in Zele (Flandern). Zu ihr gehören acht Betriebe. Die Produktionshallen in Hradek spielen dabei die Hauptrolle. Weitere Filialen befinden sich in Russland, Brasilien, USA oder Italien. Das Unternehmen besitzt 220 internationale Patente. Die Ware geht in die ganze Welt, vor allem nach West- und Nordeuropa.

 

Von Petra Laurin

Foto: © Drylock

Weitere Artikel

HypoVereinbank ordnet Finanzberatung für Family Offices neu  - Neuer Standort eröffnet in Berlin für ostdeutsche Unternehmer und Tech-Investoren

HypoVereinbank ordnet Finanzberatung für Family Offices neu - Neuer Standort eröffnet in Berlin für ostdeutsche Unternehmer und Tech-Investoren

Eva Maria Donsbach wechselt dafür von der Dresdner Niederlassung des Bankhauses Lampe nach Berlin

Dresden
VNG schließt direkten Liefervertrag mit Gazprom

VNG schließt direkten Liefervertrag mit Gazprom

Leipziger Gas-Riese will mit der Kooperation die Versorgungssicherheit erhöhen.

Leipzig
Warum dicke Luft dumm macht

Warum dicke Luft dumm macht

Das Leipziger Start-Up Corant hat ein Luft-Analysegerät entwickelt, das vor dem Müdewerden und vor Gesundheitsschäden warnt.

Leipzig
Besuch in Ostdeutschlands größtem Bordell

Besuch in Ostdeutschlands größtem Bordell

Datingportale bedrohen das Geschäftsmodell der Sexclubs - und das seit 2017 geltende Prostituiertengesetz schadet offenbar mehr, als es nutzt.

Leipzig