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Neue Diakonie-Stiftung ist Arbeitgeber für 1.500 Mitarbeiter

Landkreis Görlitz 07.01.2019
St. Martin heißt sie und startete zum neuen Jahr. In Görlitz und Rothenburg ist sie schon gut bekannt.

Auch wenn nicht gerade Martinstag ist, wird der Heilige Martin in Görlitz, Rothenburg und im nördlichen Teil des Landkreises nun noch häufiger eine Rolle spielen. Das liegt an der neuen Diakonie-Stiftung, die zum Jahresanfang gestartet ist. Aus den beiden bisherigen Stiftungen Martinshof Rothenburg und Diakonie Görlitz-Hoyerswerda ist durch Fusion die neue Diakonie St. Martin entstanden. Die Nächstenliebe des heiligen Martin von Tours, so sagt Vorstand Petra-Edith Pietz, ist Namensgeber und Vorbild zugleich. „Der geteilte Mantel unter dem Kreuz ist unser Kennzeichen.“ Mit 1 500 Mitarbeitern ist sie nach Angaben von Vorstand Johannes Johne der zweitgrößte Arbeitgeber in der Region.

Dass die neue Stiftung nun entstanden ist, zeichnete sich seit fünf Jahren ab und steht seit knapp einem Jahr fest. „Vor fünf Jahren wurden Gespräche aufgenommen, um zu erkunden, ob es nicht einen gemeinsamen Weg in die Zukunft geben könnte“, schaut Johannes Johne zurück. Anfangs war auch noch die Stiftung Diakonie Sozialwerk Lausitz mit von der Partie. Sie ist an zehn Standorten in Sachsen und Südbrandenburg mit Einrichtungen der ambulanten und stationären Alten-, Behinderten-, Kinder- und Jugendhilfe tätig und Arbeitgeber von rund 400 Mitarbeitern. Hintergrund für die Fusionsbemühungen waren auch Wünsche aus Kreisen der Evangelischen Landeskirche, die zersplitterte Diakonie-Landschaft in der nördlichen Oberlausitz zu einen. Die Diakonie ist die eigenständige Sozialarbeit der Evangelischen Landeskirchen in Deutschland.

Nach vierjährigen Verhandlungen stand schließlich Ende 2017 fest, dass die verbliebenen zwei Stiftungen aber fusionieren werden. Seit neun Monaten wird die Stiftung von Rothenburg aus verwaltet. Dort gab es einfach in der Schnelle genügend Büroraum für die neue Verwaltung. Ob die Verwaltung langfristig dort verbleibt oder doch nach Görlitz wechselt, muss der neue Stiftungsrat, der sich am Sonnabend konstituiert, erst noch entscheiden.

Die Fusion wird gerade für die Mitarbeiter dadurch erleichtert, dass sich beide bisherigen Stiftungen gut ergänzen. Die Rothenburger haben ihre Schwerpunkte in der ambulanten Altenhilfe und beim Wohnen für Behinderte mit dem Martinshof in Rothenburg. In Gablenz entstehen zurzeit zwei Neubauten für begleitetes Seniorenwohnen. In Groß Radisch ist ein ähnliches Projekt geplant. Die Görlitzer Diakonie betreibt hingegen Altenheime und Kindergärten. Zum Beispiel die Altenheime Luisenstift, Bethanien, Wichernhaus und Salem in Görlitz sowie in Reichenbach das Heim „Martinstift“ und in Hoyerswerda das Altenheim „Goldener Stern“. Aber auch in Niesky, Weißwasser und Klein Priebus ist die Diakonie vertreten. Die Diakonie St. Martin hofft damit, auch als großer Arbeitgeber attraktiv für Fachkräfte zu sein. Altenpfleger sind genauso gesucht wie Kita-Erzieherinnen mittlerweile. Die neue Stiftung ist auch kapitalstärker, um große Projekte umsetzen zu können. Seit Monaten ist die Stiftung im Gespräch mit der Stadt Görlitz über eine Ersatz-Kita in Biesnitz.

An der Spitze des Stiftungsvorstands stehen mit Mandy Köhler, Petra-Edith Pietz, Johannes Johne und Robert Dünnbier die Vorstände der bisherigen Stiftungen. Johannes Johne kündigte jetzt aber seinen altersbedingten Rückzug Ende April an, Petra-Edith Pietz plant Ende 2020 altersmäßig auszuscheiden. (WiS)

 

Foto: © Archiv/Joachim Rehle

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