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Neuer Laden im Schleudergang

16.09.2020
Sven Verner eröffnet am 6. Oktober den ersten Selbstbedienungs-Waschsalon in Zittau. Das Geschäftsmodell kennt er aus seiner alten Heimat.

Von Jan Lange

Einen Waschsalon mit Selbstbedienung - das kennt man bisher nur aus größeren Städten wie Leipzig oder Berlin. Doch auch Zittau bekommt bald seinen ersten SB-Waschsalon. Sven Verner will ihn in der Reichenberger Straße 32 eröffnet. Ab dem 6. Oktober sollen sich die Trommeln der Waschmaschinen und Trockner drehen.

Der 42-Jährige stammt aus Berlin und lebt seit 2018 in Zittau. Seit einigen Monaten wohnt er in der Reichenberger Straße 32, in der nun der Salon eröffnet werden soll. Das Ladengeschäft stand schon seit Langem leer und Sven Verner vor der Frage, wie es wiederbelebt werden kann. Der SB-Waschsalon war dabei gar nicht seine erste Idee. Vielmehr wollte er hier einen "Spätkauf" einrichten, also einen kleinen Laden, in dem die Kunden auch am späten Abend und in der Nacht noch einkaufen können. 

"Spätkauf"-Läden gibt es in Berlin an fast jeder Ecke. In Zittau kann man bisher nur in einigen Großmärkten bis 22 Uhr einkaufen oder sich noch später an Tankstellen etwas besorgen. Das wird auch so bleiben, denn die Idee eines "Spätkaufs" konnte nicht umgesetzt werden.

Nächste Idee war gefragt

Also war die nächste Idee gefragt: ein SB-Waschsalon. Davon gibt es in seiner Berliner Heimat auch in jedem Stadtteil Dutzende - in Zittau bislang keinen. Hier wäscht man seine Hemden und Hosen entweder in der eigenen Waschmaschine oder in Muttis, oder lässt sie in einer Wäscherei reinigen, um sie nach einigen Tagen dort wieder abzuholen. 

Im SB-Waschsalon dauert dieser Prozess künftig nicht mal eine Stunde. Einfach Waschmaschine füllen - bis zu 17 Kilogramm Wäsche passen hinein - fünf Euro in den Münzautomaten und etwas Waschmittel einwerfen und im Schnell-Waschgang wird alles gereinigt. Wer auf Nummer sicher in puncto Sauberkeit gehen will, wählt den langen Waschgang für zehn Euro. Anschließend kann die Wäsche noch für zwei Euro getrocknet werden.

Drei Waschmaschinen und zwei Trockner hat Sven Verner in seinem "SB-City-Waschsalon" eingebaut. Ursprünglich war der Start schon für September geplant. Doch die Bauarbeiten zogen sich länger hin als gedacht. Der neue Fußboden brauchte länger, bis er getrocknet war. Und so lange er nicht trocken war, konnten auch nicht die Waschmaschinen eingebaut werden. Das wiederum verzögerte das Legen der Wasserleitung. Nun sind die Maschinen eingebaut und nur die Wasserleitungen müssen noch gelegt werden. Bis zum 6. Oktober soll das aber erledigt sein.

15 Stunden geöffnet

15 Stunden ist der "SB-City-Waschsalon" künftig geöffnet, immer von 7 bis 22 Uhr. Für Sven Verner kein großes geschäftliches Risiko. Denn er braucht für den Salon kein Personal und als Eigentümer des Hauses muss er auch keine Miete zahlen.

Die Kunden können während des Waschgangs im Salon warten oder andere Dinge erledigen. Für diejenigen, die im Salon bleiben, hat der 42-Jährige einen Snack-Automaten aufgestellt. Die Hälfte der Fächer sind mit kleinen Waschmittel-Abpackungen gefüllt. So müssen die Kunden kein Waschmittel mitbringen.

Die Waschmaschine können die Kunden aber auch laufen lassen, ohne die ganze Zeit anwesend sein zu müssen. Zwei Kameras überwachen den Laden. Haftung übernimmt Sven Verner dennoch nicht. Für ihre Wäsche sind die Kunden selbst verantwortlich - so wie es auch in den großen Städten und den dortigen SB-Waschsalons der Fall ist.

In der Reichenberger Straße 32 in Zittau eröffnet demnächst der SB-City-Waschsalon.
In der Reichenberger Straße 32 in Zittau eröffnet demnächst der SB-City-Waschsalon.

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