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Neways erklärt Ursachen für Kurzarbeit

Landkreis Meißen 12.03.2020
Die schwächelnde Konjunktur macht dem Standort Riesa zu schaffen. Es blieb nicht bei reduzierten Arbeitszeiten.

Neways in Riesa hat nicht nur mit Kurzarbeit auf die schwächelnde Konjunktur in Deutschland reagiert. Das hat das Unternehmen jetzt auf Nachfrage bekannt gegeben. "2019 haben wir bereits einen moderaten Personalabbau betrieben, nachdem wir 2018 durch die gute Auftragslage Personal aufgestockt hatten", erklärte eine Sprecherin am Dienstag auf Nachfrage.

Seit diesem Personalabbau habe man das Personal allerdings stabil gehalten. Die Sprecherin wies darauf hin, dass Ende 2019 die Aufträge für Neways zurückgegangen seien. Das habe dazu geführt, "dass wir momentan eine bessere personelle Aufstellung haben, als die Auftragslage her gibt". Man beobachte jetzt die Entwicklung der Auftragslage, teilt das Unternehmen weiter mit. "Nach aktuellem Stand gibt es keine Entlassungen zu befürchten." Ob das bei länger anhaltender Auftragsflaute so bleibt, ist offen. Derzeit arbeiten rund 900 Beschäftigte bei Neways Electronics Riesa. 

Nachfrage nach Kurzarbeit steigt

Seit 1. März gilt bei dem Riesaer Unternehmen Kurzarbeit, voraussichtlich bis Ende des Jahres. Das hatte das Unternehmen Ende Februar auf seiner Internetseite bekannt gemacht. Konkreter Auslöser für die Maßnahme sei die schwächelnde Konjunktur, die sich wiederum auf die Auftragslage beim Elektronikriesen auswirkt. Vor allem aus der Automobilindustrie sei die Nachfrage abgeflaut, erklärt die Sprecherin. Ein Zusammenhang mit dem Coronavirus bestehe nicht. "Aber natürlich beobachten wir derzeit die möglichen Auswirkungen des Coronavirus auf unsere Lieferkette sehr genau." Zuletzt hatte das Unternehmen 2009 Kurzarbeit angemeldet.  

Die Agentur für Arbeit Riesa verzeichnet bereits seit einiger Zeit eine stärkere Nachfrage nach Kurzarbeit, heißt es auf Anfrage. Dabei gehe es zunächst um steigende Beratungsanfragen der Unternehmen, "vor allem im Zusammenhang mit den weltwirtschaftlichen Unsicherheiten", so Sprecherin Berit Kasten. "Die Anfragen seit letzter Woche stehen verstärkt unter dem Aspekt Corona. Das heißt, die Unternehmen erkundigten sich zu den Anspruchsvoraussetzungen und zum Antragsverfahren." 

In wie vielen Unternehmen im Landkreis Meißen im ersten Quartal Kurzarbeit galt, lässt sich laut Berit Kasten noch nicht beurteilen. "Diese Daten stehen erst nach sechsmonatiger Wartezeit zur Verfügung." Grund dafür sei das Antragsverfahren, bei dem den Arbeitgebern nach Bewilligung eine Frist von drei Monaten eingeräumt wird, um Kurzarbeitergeld zu beantragen. 

 

Von Stefan Lehmann

Foto: © Sebastian Schultz

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