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Platz für Kartons aus Grasfaser

Landkreis Mittelsachsen 11.02.2020
TransPak ist von Döbeln nach Großweitzschen gezogen. Ein Grund dafür: Es wird immer sparsamer verpackt.

Seit Anfang des Jahres ist der Großumzug abgeschlossen: 6.000 Paletten rollten von Döbeln nach Großweitzschen. Der Verpackungsgroßhändler TransPak hat seinen Logistikstandort ins Gewerbegebiet Mockritz verlagert. Noch ist die 8.000 Quadratmeter große Halle noch ein bisschen zu üppig, doch TransPak rechnet damit, dass sich das Wachstum der letzten Jahre fortsetzt. Sogar die Möglichkeit auf eine Erweiterung gibt es – so optimistisch ist der Großhändler.

In Zeiten einer anhaltenden Klimadebatte scheinen Verpackungsmaterial und die damit verbundenen Müllberge ein Imageproblem zu haben. Doch der Verpackungsspezialist profitiert vom neuen Bewusstsein. „Wir führen immer mehr Beratungsgespräche mit Firmen, wie Verpackungsmaterialien reduziert und auf Alternativen umgestiegen werden kann“, berichtet Olaf Walter, Geschäftsführer von TransPak Döbeln. Möglichst innovativ und sparsam einsetzbar sollen sie sein.

Gras- oder Pappkartons?

Dementsprechend ist auch das Angebot bei TransPak gewachsen: Zum Beispiel gibt es jetzt Grasfaser-Kartons. Dafür wird nicht mehr der langsam nachwachsende Rohstoff Holz verwendet; theoretisch reicht Grünschnitt von der nächsten Wiese. Das Interesse an Alternativen sei groß, doch sobald es auf den Preis zu sprechen kommt, greifen viele Kunden doch lieber zum altbewährten Pappkarton. Schließlich handele es sich bei vielen Alternativen noch um Nischenprodukte.

„Natürlich kommt es auch auf die Anforderungen an den Karton an“, ergänzt Markus Jürgens, aus dem Vorstand der TransPak-Gruppe. „Stehen die Kartons auch draußen auf dem Hof, raten wir von Grasfaserkartons ab.“ Denn im Vergleich zu Holz hat Gras deutlich kürzere Fasern, was den umweltschonenden Karton nicht so wetterresistent macht.

Neben mehr Platz für neue Produkte haben sich auch die logistischen Prozesse in der neuen Halle verbessert – denn die Anforderungen in den letzten Jahren sind stetig gestiegen. In Großweitzschen gibt es nun Palettendurchlaufregale und elektronische Steuerung. Problemlos möglich durch Glasfaseranschluss und WLAN-Empfang in jeder Ecke.

Bisher war die Firma in einer Halle in Döbeln Masten eingemietet. Doch mit Tausenden Paletten und zehn Mitarbeitern wurde es zunehmend eng. Nach zwei Jahren Gesamtbauzeit ist die Halle auf dem 35.000 Quadratmeter großen Gelände planmäßig fertig geworden.

Mit insgesamt 45 Mitarbeitern und einem Umsatz von 14 Millionen Euro ist Döbeln der zweitgrößte Standort der internationalen TransPak-Gruppe. Von hier aus werden Sachsen sowie Teile von Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt beliefert.

1990 wurde der Ableger in Döbeln von Jochen Walter gegründet – anfangs noch mit zwei Mitarbeitern. Im Jahr 2007 übernahm Olaf Walter den Betrieb von seinem Vater. Dass diese Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann, da ist sich Markus Jürgens sicher. Denn auch wenn jedes Paket sparsamer verpackt wird, sorgt der boomende Versandhandel dafür, dass immer mehr Pakete verschickt werden.

 

Von Marvin Graewert

Foto: © Lars Halbauer

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