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Porzellan-Manufaktur halbiert Verlust

20.01.2022
Die angekündigte schwarze Null hat die Meißner Manufaktur verfehlt. Doch der positive Trend setzte sich mit dem besten Ergebnis seit zehn Jahren fort.

Meißen. Das elfte Jahr in Folge weist die Porzellan-Manufaktur einen Millionen-Verlust aus, dieses Jahr jedoch nur noch knapp. Für das Jahr 2021 rechnet die Manufaktur mit einem Minus von etwa 1,6 Millionen Euro – nach Abzug von Zinsen und Steuern, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. 2020 waren die Verluste mit 3,7 Millionen mehr als doppelt so hoch. Die Porzellan-Manufaktur Meissen konnte den positiven Trend trotz Pandemie fortsetzen, wenn auch nicht so rasant wie erhofft.

Die schwarze Null hatte die Geschäftsführung bereits für 2021 angekündigt. Der monatelange Lockdown mit seinen erschwerten Einkaufsbedingungen im Einzelhandel habe dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht. Außerdem fehlten die kaufkräftigen Touristen, insbesondere aus Asien, USA und Russland. Auch die Weiterentwicklung des wichtigen Exportgeschäfts - vor allem nach Asien - sei aufgrund der sehr strengen Handhabungen im Umgang mit Corona stark beeinträchtigt worden. In der Meißner Produktion kam es zu Lieferverzügen und Ausfällen. "Durch die zunehmende Modernisierung des Sortiments und des Unternehmensauftrittes und den konsequenten Ausbau des Online-Geschäftes und die Weiterentwicklung gewachsener Handelspartnerschaften, konnten die pandemiebedingten Ausfälle zumindest teilweise kompensiert werden", sagte Geschäftsführer Tillmann Blaschke.

Letztlich konnte der Umsatz um knapp drei Millionen Euro auf 29,7 Millionen gesteigert werden. Vor Abzug von Zinsen und Steuern beläuft sich der operative Verlust auf 0,9 Millionen Euro (Vorjahr: -3,3 Millionen) – dem besten Ergebnis seit zehn Jahren. Das Betriebsergebnis beinhaltet unter anderem coronabedingte Umsatzausfälle von rund acht Millionen Euro, sowie Einsparungen aufgrund der Kurzarbeit von etwa 1,3 Millionen Euro.

2020 waren die Verluste der Porzellan-Manufaktur Meissen mit einem Umsatzrückgang von zehn Millionen noch viel deutlicher ausgefallen. 2019 war der Verlust im Vorjahresvergleich sogar dreimal so hoch. Seitdem seien die Betriebskosten deutlich reduziert worden, um mittelfristig wieder schwarze Zahlen schreiben zu können.

Ob sich diese positive Entwicklung auch im nächsten Jahr fortsetzt, dazu wollte sich das Unternehmen noch nicht äußern. Eine Prognose sei aufgrund der äußert ungewissen weltweiten Corona-Entwicklung schwer möglich: "Solange die wichtigen kaufkräftigen ausländischen Touristen in Deutschland ausbleiben und die strengen Regelungen in Japan, Taiwan und China das freie Agieren in diesen Märkten verhindern, muss mit Beeinträchtigungen des Geschäftes gerechnet werden", teilte Blaschke mit, der sich deshalb nur vorsichtig optimistisch zeigt: Denn das Auslaufen der derzeitigen gesetzlichen Regelungen für Kurzarbeit, einhergehend mit steigenden tariflichen und sonstigen Kosten würde die Situation bei andauernder nationaler und internationaler Corona-Beeinträchtigung nicht erleichtern.

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