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Professor Hans-Jürgen Warnecke tot

25.03.2019
Der Altpräsident der Fraunhofer-Gesellschaft ist vorige Woche nach längerer Krankheit verstorben.

»Lust auf Leistung« war sein Lebensprinzip. Prof. Hans-Jürgen Warnecke war ein Forschergeist, ein Stratege, Reformer und Visionär. Der Altpräsident der Fraunhofer-Gesellschaft  starb vorige Woche im Alter von 84 Jahren.

Hans-Jürgen Warnecke studierte Maschinenbau, Fachrichtung Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik, an der Technischen Hochschule Braunschweig. Danach arbeitete er in verantwortlicher Position bei den Rollei-Werken, Franke & Heidecke in Braunschweig. 1970 folgte Hans-Jürgen Warnecke einem Ruf der Universität Stuttgart und übernahm als ordentlicher Professor die Leitung des Lehrstuhls für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb sowie 1971 auch die Leitung des Fraunhofer IPA in Stuttgart. Unter seiner Führung entwickelte dieses sich zu einem der größten und erfolgreichsten Fraunhofer-Institute. 

1992 fasste Hans-Jürgen Warnecke seine  Gedanken zur Organisation von Fabrikbetrieben in dem Buch »Die Fraktale Fabrik« zusammen.  »Wir alle sind Prof. Hans-Jürgen Warnecke zu großem Dank verpflichtet. Sein vorbildliches Schaffen, gepaart mit zwischenmenschlicher Wärme und motivierender Antriebskraft für neue Wege, sind uns Vorbild, Ansporn und Verpflichtung zugleich«, sagt Fraunhofer-Präsident Prof. Reimund Neugebauer im Nachruf der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Konzept der Fraktalen Fabrik, das Hans-Jürgen Warnecke in den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts vorgestellt hat, sei  nach wie vor hochaktuell und sinnstiftend für viele produzierende Unternehmen, so Neugebauer.

Während Warneckes Amtszeit als Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft von 1993 bis 2002 verdoppelte sich das Gesamtbudget der Forschungsorganisation auf eine Milliarde Euro. Warnecke setzte dabei auch auf eine stärkere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Der Anteil der Wirtschaftserträge erhöhte sich von 28 auf 40 Prozent.

Neben seinen Verpflichtungen als Hochschullehrer und Forscher hat  Warnecke auch vielfältige Aufgaben für die Gemeinschaft übernommen. In den Jahren 1994 bis 1997 war er Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure VDI. Über viele Jahre gehörte er zudem dem Präsidium des Deutschen Instituts für Normung DIN an. 

»Prof. Warnecke war Lehrer, Forscher, Manager und Mentor in einer Person. Kaum jemand hat die Verbindung von Wissenschaft und Lehre sowie zur Wirtschaft so beherrscht wie er«, sagt Prof. Thomas Bauernhansl, Institutsleiter des Fraunhofer IPA und er fügt an »Wir werden Prof. Hans-Jürgen Warnecke immer ein ehrendes Andenken bewahren.« (WiS)

 

Foto: Fraunhofer

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