real.jpg

Real-Chef hat Heidenau verlassen

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 22.01.2020
Ist sein Weggang ein Zeichen für den Verkauf der Märkte? Ende Januar soll nun klar sein, wie es weitergeht.

Seit Monaten fragen sich Real-Kunden in Heidenau bei jedem Einkauf: War das der letzte? Vor über einem Jahr tauchten die ersten Schließungsgerüchte auf. Damals  wurden sie zwar noch dementiert, waren aber nicht ganz aus der Luft gegriffen. Denn bereits seit September 2018 verhandelt Metro über den Verkauf der Real Märkte.

Jetzt hat der langjährige Geschäftsstellenleiter Gerd Wünsch den Heidenauer Markt verlassen. Sein fehlendes Foto am Service-Tresen, wo alle leitenden Mitarbeiter gezeigt werden, provoziert einige Fragen. Eine Metro-Sprecherin bestätigt den Weggang. Für manche mutet es ein bisschen so an, als ob der Kapitän als Erster das sinkende Schiff verlassen würde. Ein Zeichen, das bei Kunden und Mitarbeitern erneut Fragen aufwirft. Denn seit Monaten werden immer neue Termine für den bundesweiten Verkauf der Real-Märkte genannt. 

Wie immer teilt Metro wenig Konkretes mit, zu den einzelnen Standorten gleich gar nichts. Stets wird  auf den  laufenden Verkaufsprozess hingewiesen. Jetzt sollen die Gespräche der Metro AG mit dem Handelsimmobilien-Konsortium, bestehend aus der SCP Group S.à.r.l. und x+bricks, bis zum 31. Januar mit der Unterzeichnung eines Vertrages abgeschlossen werden.  Eine  Absichtserklärung gaben beide im Dezember ab. Das Konsortium will demzufolge das operative Geschäft von Real sowie die Immobilien vollständig übernehmen. Der Real-Kern werde fortgeführt, jedoch solle ein Großteil der Standorte abgegeben werden, womit die Schließung einzelner Märkte verbunden wäre. 

Werbeaktion verwirrt

Derweil sorgt eine Werbeaktion für weitere Verwirrung. Mit 69 Euro ist man bei „realPro“ dabei und erhält für zwölf Monate bei jedem Einkauf 20 Prozent Rabatt auf alle Lebensmittel, Drogerieprodukte, Biere und Weine sowie zusätzlich zehn Prozent  auf Liköre und Spirituosen. Kunden rätselten, ob das nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist. Ein gutes, weil es bedeutet, Real bleibt. Oder ein schlechtes, denn wenn Real im Laufe des Jahres schließt, ist die Ersparnis zwar nicht hin, weil sie auch in anderen Märkten geltend gemacht werden kann, aber eben nicht in Heidenau. Was die Werbeaktion betrifft, gibt die Metro-Sprecherin Entwarnung.

Das Risiko für Heidenau, wenn Real schließt, ist groß. Erstens: Was wird aus einem so großen leeren Gebäude? Und zweitens: Verhungern wird in Heidenau niemand, aber was wird mit den kleineren Geschäften im Markt? Dort befinden sich unter anderem Heidenaus einziges Schuhgeschäft, die Sparkasse sowie weitere Läden.

 

Von Heike Sabel

Foto: © Daniel Förster

Weitere Artikel

Früheres Florena-Werk in Waldheim wird geschlossen

Früheres Florena-Werk in Waldheim wird geschlossen

Der Standort des Nivea-Herstellers Beiersdorf steht überraschend vorm Aus. Die Firma baut bei Leipzig ein neues Werk. Für Mitarbeiter gibt es ein Angebot und für die Anhänger der Marke Florena gute Nachrichten.

Landkreis Mittelsachsen
Moor bringt Bad Muskau keinen Gewinn

Moor bringt Bad Muskau keinen Gewinn

ie Touristik GmbH ist fürs Moor zuständig. Es ist eine von vielen Aufgaben, die Zuschussgeschäfte für die Kurstadt sind.

Landkreis Görlitz
Selectrona ist raus aus der Insolvenz

Selectrona ist raus aus der Insolvenz

Vor anderthalb Jahren hatte das Unternehmen ein Sorgenkind, das ihn in Schwierigkeiten gebracht hat. Davon hat es sich jetzt befreit.

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Dieser Duft ist einmalig

Dieser Duft ist einmalig

Königsbrück ist für seine Kamelien bekannt. Jetzt sind sie Basis für eine Weltneuheit.

Landkreis Bautzen