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Rekordumsatz bei Mikrochip-Fabrikant X-Fab

01.08.2022
Der Mikrochipkonzern X-Fab mit 500 Beschäftigten in Dresden baut alle Standorte aus. Mit den Kunden hat er über höhere Preise verhandelt und zeitweilig keine Aufträge angenommen.

Von Georg Moeritz

Dresden. Die hohe Nachfrage nach Mikrochips führt zu ungewöhnlichen Verhandlungen in der Halbleiterbranche: Die X-Fab-Gruppe mit Verwaltung in Erfurt und 500 Beschäftigten im Werk Dresden hat in den vergangenen Monaten zeitweise keine verbindlichen Aufträge fürs kommende Jahr angenommen. Konzernchef Rudi de Winter schreibt in seiner Pressemitteilung über das jüngste Quartal, aufgrund der laufenden Verhandlungen zu Preiserhöhungen und Langzeitverträgen sei die Auftragsannahme "teilweise ausgesetzt" worden.

Mit den Kunden wurden zeitweilig Mindestmengen vereinbart und Materialien "zugeteilt", um wenigstens stabile Lieferketten zu gewährleisten. X-Fab verzeichnete Umsatzrekorde in seinen Sparten mit Mikrochips für die Autobranche und für die Industrie. Dazu trugen sowohl Preiserhöhungen als auch gestiegene Produktionsmengen bei.

De Winter teilte mit, X-Fab habe sein Kapazitätserweiterungsprogramm an allen Standorten fortgesetzt - zur Vorbereitung des erwarteten "langfristigen Wachstums". Der Konzern investiert in den kommenden drei Jahren mehr als 500 Millionen US-Dollar in Anlagen, die Mikrochips für die Autoindustrie produzieren. Erfolgreich sei die Massenproduktion in Frankreich hochgefahren worden. Nun soll vor allem die Fabrik in Malaysia die Fertigungskapazität erhöhen - um etwa 50 Prozent.

Trotz Corona-Kranken Fabriken voll ausgelastet

Die Nachfrage nach Mikrochips blieb laut de Winter "außergewöhnlich hoch", vor allem getrieben durch die beschleunigte Elektrifizierung von Autos. Der Konzernchef dankte den rund 4.000 Beschäftigten, weil sie trotz Corona-Ausfällen die Produktion an allen Standorten "unter voller Auslastung" aufrechterhielten.

X-Fab bekam selbst nach eigenen Angaben keine Lieferengpässe zu spüren. Beim Einkauf der Rohstoffe sei vorgesorgt worden. Die Lieferzeiten für die Ausrüstung seien jedoch zum Teil länger geworden. Steigende Kosten führen nach Angaben des Konzernchefs dazu, dass nun die Gewinnspannen schrumpfen. Im vergangenen Quartal setzte der Konzern 189 Millionen Dollar um, das lag am oberen Ende der Vorhersage. Es waren 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen lag bei 22,5 Prozent.

Fabrik aus Kombinat VEB Mikroelektronik hervorgegangen

Die Nachfrage blieb im ganzen Quartal auf hohem Niveau. In den eingegangen Aufträgen im Wert von 162 Millionen Dollar spiegelt sich das nicht wider, denn im Quartal zuvor waren es noch 239 Millionen Dollar. Doch zeitweilig wurden keine Aufträge angenommen, inzwischen hat X-Fab nach eigenen Angaben Fortschritte erzielt, "etwa 70 Prozent des Geschäfts mit langfristigen Verträgen abzudecken".

Der Konzern X-Fab ging 1989 aus Teilen des ehemaligen DDR-Halbleiter-Kombinats VEB Mikroelektronik hervor. Die Fabrik in Dresden gehörte früher ZMD. Die Verwaltung sitzt in Erfurt, die Aktien sind im Börsenhandel. X-Fab betreibt sechs Fabriken in vier Staaten, die im Auftrag anderer Firmen Mikrochips herstellen - auch in Malaysia, in den USA und in Frankreich.

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