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Rückendeckung für Kaufhaus-Pläne

Landkreis Görlitz 13.09.2019
Luxus-Einkaufstempel und Bausünden heißen die beiden Vorwürfe. Der Aufsichtschef der Europastadt Rolf Weidle hat einen ganz anderen Blick darauf.

Die Unterstützung für Kaufhaus-Investor Winfried Stöcker und seine Pläne wächst, das Jugendstil-Kaufhaus aus- und umzubauen und bei der Gelegenheit mit dem City-Center zu verbinden. Nachdem Oberbürgermeister Octavian Ursu und Vertreter der Görlitzer Händler das Vorhaben öffentlich unterstützten, stärkt nun auch die Görlitzer Wirtschaftsförderung den Lübecker Mediziner und Unternehmer mit Oberlausitzer Wurzeln den Rücken. 

So erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende der Europastadt Görlitz/Zgorzelec, Rolf Weidle (Bürger für Görlitz), gegenüber der Sächsischen Zeitung: „Ich bin wie viele andere der festen Überzeugung, dass das Kaufhaus in Symbiose mit dem City-Center und den neu gestalteten Plätzen und Fußgängerzonen ein echter Anziehungsort werden wird, von dem eine Belebung des gesamten Innenstadthandels bis zum Bahnhof und der Jakobstraße ausgehen kann.“ Über die Kritik zu den Plänen und die angestoßene Online-Petition sagt Weidle: „Beim Görlitzer Jugendstil-Kaufhaus ist es mir völlig unklar, dass eine Bürgerin zu Mitteln wie einer Online-Petition greift und zur Krönung noch eine Aussprache mit dem Investor fordert, um ihn von ihren Ideen zu überzeugen. Das ist aus meiner Sicht absolut unangemessen, zumal man den Eindruck gewinnen muss, dass Frau Zajcek den letzten Artikel gar nicht oder nur sehr oberflächlich gelesen hat.“ 

Die Autorin Jasna Zajcek wirft Stöcker vor, nur auf Luxus-Waren im Kaufhaus zu setzen und nicht pfleglich genug mit der historischen Bausubstanz umzugehen. Bei beiden Punkten haben sich aber in den vergangenen Jahren die Pläne Stöckers deutlich verändert. Das erklärt auch Weidle und hält deshalb die Kritik von Frau Zajcek als einen „Affront gegen alle Beteiligten, die in vielen Jahren an diesem komplizierten und komplexen Prozess beteiligt waren und inzwischen sichtlich erleichtert und hoffnungsvoll einer Wiedereröffnung dieses so wichtigen innerstädtischen Magneten entgegensehen.“ Beispielhaft nennt Weidle als Beteiligte die beiden Oberbürgermeister Siegfried Deinege und Octavian Ursu, die Denkmalbehörden in Görlitz und Dresden, die Bauverwaltung, den Stadtrat, Vertreter des Handels und des Tourismus’ sowie auch der Görlitzer Wirtschaftsförderung.

Winfried Stöcker will das Kaufhaus und das dahinterliegende City-Center für über 50 Millionen Euro umbauen und verbinden, die Straße zwischen beiden Gebäuden soll als Piazza gestaltet werden. Als möglichen Eröffnungstermin nannte Stöcker Oktober 2021.

Stöcker selbst hatte die Vorstellung seines Sanierungsfahrplanes auch genutzt, um der Stadt für die gute Zusammenarbeit zu danken, aber auch deren Neugestaltung von Postplatz und dem Platz zwischen der großen Post, dem C & A-Kaufhauses sowie der Frauenkirche zu loben. Der Postplatz soll am nächsten Donnerstag nach vierjähriger Sanierung für den Verkehr und die Öffentlichkeit freigegeben werden.

Gerade von der Verbindung von sanierter Stadtmitte und der geplanten Kaufhauseröffnung erhofft sich Weidle einen Schub für die Stadt. „Der Stadtrat hat in der letzten Legislatur mit dem nicht ganz unumstrittenen Prozess der Umgestaltung des Post- und Kirchplatzes eine gelungene Vorarbeit geleistet“, erklärt der langjährige Kommunalpolitiker, „damit mit der Eröffnung des gesamten Kaufhauskomplexes ein innerstädtisches Kleinod geschaffen wird.“ Dass Kritiker wie Frau Zajcek nun Kunden empfehlen, in Dresden oder Berlin ihre Einkäufe zu tätigen, kann Weidle nicht nachvollziehen: „Meine zahlreichen Freunde und Bekannten aus Wiesbaden und dem Rheingau, die jedes Jahr unsere Stadt besuchen und immer auch auf Besichtigungen des geschlossenen Kaufhauses gedrungen haben, warten schon sehr lange wie viele Görlitzer Bürger auch auf den Termin der Wiedereröffnung unsere Jugendstilkaufhauses.“(WiS)

 

Foto: . © privat/SZ-Montage

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