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Sachsens erste Fahrradwaschanlage

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 17.09.2019
Bad Schandau schafft eine mobile Waschanlage für Fahrräder an. Ein Tasse Wasser pro Waschgang soll genügen.

Das Grundprinzip entspricht dem, was der Autofahrer aus der Autowaschanlage kennt: Rotierende Bürsten kreisen vollautomatisch rings ums Fahrzeug und putzen den Dreck weg. Nur, dass das Fahrzeug in diesem Fall ein Fahrrad ist – ob klassisch oder mit Elektroantrieb, spielt keine Rolle – und die Anlage dementsprechend ein paar Nummern kleiner konzipiert ist und sogar transportabel.

Mit einer mobilen Fahrradwaschanlage will die Stadt Bad Schandau ein neues Angebot für Radtouristen schaffen, die unter anderem auf dem Elberadweg unterwegs sind. „Der Bedarf ist da“, sagt Bürgermeister Thomas Kunack (WV Tourismus). Der Stadtrat hat den Kauf in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, noch in diesem Jahr soll das Gerät geliefert werden. Rund 25.000 Euro kostet die Waschanlage, 20 000 Euro davon fließen als Fördermittel.

Den Zuschlag erhielt das Unternehmen Firma CYB (Clean Your Bike) aus München. Firmengründer Stefan Sarfert vertreibt die von ihm konstruierte Fahrradwaschanlage seit 2016. Das Gerät ist laut Herstellerangaben für Fahrräder, E-Bikes und Pedelecs gleichermaßen geeignet. Die Zweiräder werden in die Konstruktion geschoben und auf Kopfdruck beginnen die Bürsten mit ihre Arbeit. Sie fahren mehrmals an Rahmen und Rädern vorbei. Während des Waschvorgangs drehen sich die Räder, damit die Bürsten die komplette Felge und auch die Mantelflanken erfassen können. Durch eine optionale Ultraschallreinigung soll auch hartnäckiger Felgenschmutz gelöst werden. Sattel und Lenker bleiben außen vor. Die Ritzel am Hinterrad werden mit einer separaten Rotationsbürste gereinigt. Das Schmutzwasser wird aufgefangen und für die nächsten Wäschen aufbereitet.

Zwischen 90 Sekunden und drei Minuten dauert so ein Waschgang, bei dem abbaubares Reinigungsmittel zum Einsatz kommt. Das Besondere: Einmal aufgefüllt benötigt die Anlage keinen festen Wasseranschluss. Pro Fahrrad werden laut Firmenangaben nur 100 Milliliter Wasser verbraucht – also in etwa so viel, wie in eine Kaffeetasse passt. Dadurch wird die auf Rollen stehende Konstruktion mobil.

In Bad Schandau soll die Waschanlage in der Nähe des Aktivzentrums am Markt ihren Platz finden, das unter anderem Fahrräder verleiht. Nutzbar ist sie für jeden. Wie viel eine Fahrradwäsche kosten wird, steht noch nicht fest. Auch für Veranstaltungen und Events könne die Waschanlage weitervermietet werden, kündigt die Stadt an.

Mit der Fahrradwaschanlage ist Bad Schandau nicht nur in der Sächsischen Schweiz Vorreiter, sie dürfte auch sachsenweit bislang einmalig sein. Zumindest ist dem ADFC im Freistaat kein vergleichbares Angebot bekannt. In einem Zwischenbericht zum Radverkehrskonzept der Stadt Dresden wird eine Fahrradwaschanlage als gutes Beispiel zur Förderung des Radverkehrs erwähnt – sie steht in Göttingen.

 

Von Dirk Schulze  

Foto: © Markus Greber

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