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Sachsens Wirtschaftsminister eröffnet Zentrum für Fachkräftesicherung

03.05.2022
In Sachsen fehlen Fachkräfte - das wird sich künftig noch verstärken. Ein neues Zentrum in Chemnitz soll Abhilfe schaffen. Doch nicht alle sind begeistert.

Chemnitz. Fachkräftegewinnung, Weiterbildung und bessere Arbeitsbedingungen: Unternehmen und Angestellte können sich mit Anliegen zu diesen Themen künftig an eine neu geschaffene Stelle wenden. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) eröffnete am Montag das neue Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit (Zefas). Damit sei ein Vorhaben des Koalitionsvertrags umgesetzt, teilte das Ministerium mit.

Dulig sagte bei der Eröffnung, dass der Fachkräftemangel immer mehr zum beherrschenden Thema für die Zukunftsfähigkeit eines Landes geworden sei. Nicht nur für Unternehmen sei es ein Problem, wenn für Kollegen, die in Rente gingen, keine Nachfolge gefunden werde. "Die Aufträge müssen aber abgearbeitet werden. Von daher kommt auch die Mehrbelastung bei den Menschen an."

Sachsen steht laut Angaben des Ministeriums vor einem enormen Fachkräftemangel. In Folge des demografischen Wandels gibt es laut aktueller Prognose bis 2030 rund 150 000 weniger Menschen im arbeitsfähigen Alter.

Das Zefas soll Firmen bei praktischen Fragen wie Einreisebestimmungen beraten, wenn sie Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen wollen. Es soll ihnen auch dabei helfen, sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren. Angestellte können sich an das Zentrum etwa wegen einer Tarifauskunft wenden. Ziel sei es, den Hilfesuchenden deutlich zu machen, welche Angebote es für sie in Sachsen bereits gebe.

Abgrenzung zu anderen Behörden und bessere Löhne gefordert

Zurzeit hat das Zefas 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bis Ende des Jahres sollen es 28 sein. Als Leiter des Zentrums stellte das Wirtschaftsministerium Matthias Geißler vor, der bislang beim Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft tätig war.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bewertete die Zefas-Eröffnung grundsätzlich positiv. Sowohl bei den Arbeitsbedingungen als auch bei den Löhnen gebe es im Freistaat noch Luft nach oben, sagte der Bezirksvorsitzende Markus Schlimbach. "Eine Behörde macht aber noch keine guten Arbeitsbedingungen." Um Verbesserungen bei den Löhnen und Arbeitsbedingungen in der Praxis zu erreichen, sei eine enge Vernetzung mit den Sozialpartnern, Betriebs- und Personalräten notwendig. Das Zefas dürfe keine Marketingagentur oder Anwerbestelle werden.

Die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) forderte eine klare Abgrenzung der Aufgaben zur anderen Institutionen. Das gelte besonders in Bezug auf die Zuständigkeiten der Bundesagentur für Arbeit.

Dulig betonte bei der Eröffnung, dass das Zefas keine Doppelstruktur schaffe, sondern eine Unterstützung auch für regionale Fachkräfteallianzen sein solle. (dpa)

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