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Schüler staunen über Steine

Landkreis Mittelsachsen 13.03.2020
Heute geht die Woche der offenen Unternehmen zuende. Erstmals beteiligte sich die Firma Just Naturstein - auch, um einen neuen Azubi zu finden.

Nach nur zwei Wochen war er wieder weg, der Lehrling, der zu Beginn des Ausbildungsjahres bei der Firma Just Naturstein in Hartha seine Lehre begonnen hat. Was aus ihm geworden ist, weiß Heike Adam von der Geschäftsführung nicht. Gern würde der Familienbetrieb im Harthaer Gewerbegebiet ausbilden. Doch bisher fehlten die geeigneten Bewerber. Das könnte sich nun ändern.

Erstmals hat sich die Firma an der Woche der offenen Unternehmen beteiligt, die am Montag auch im Landkreis Mittelsachsen begonnen hat. „Durch Zufall haben wir bei der Berufsinformationsmesse in der HarthArena von der Aktion gehört“, sagt Heike Adam. 

Sechs Schüler haben sich für einen Rundgang in den Produktions- und Lagerhallen in Hartha angemeldet. Vier von ihnen waren am Dienstag vor Ort. Darunter auch der 14-jährige Lenny Pliefke. Die Steine, die in der Ausstellungshalle zu sehen sind, haben nicht nur ihn und seinen Opa, sondern auch die anderen Schüler beeindruckt.

 Bis zu 400 Kilogramm wiegen die Steinplatten, informierte Karla Just vom Unternehmen. Sie führte die Gruppe durch die Ausstellung, den Außenbereich sowie durch die Produktion. Die Schüler bekamen auch die Blockseilsägen zu sehen und allerhand Informationen über die verschiedenen Arten des Abbaus der Steine. Siebtklässler Lenny war beeindruckt.

 „Ich könnte mir durchaus vorstellen, in der achten Klasse hier ein Praktikum zu machen“, sagte der Ehrenberger, für den ein Bürojob am Computer nichts wäre. „Ich würde gern was Handwerkliches machen.“ Eine Lehre als Steinmetz wäre durchaus etwas für ihn.

 Neben dieser können bei der Firma Just auch Lageristen sowie Naturwerksteinmechaniker ausgebildet werden. Drei Ausbildungsplätze stehen dem Nachwuchs in Hartha zur Verfügung. „Für das neue Jahr sieht es schon gut aus“, sagt Karla Just, 2009 der beste Steinmetzlehrling Deutschlands.

Über 70 Firmen aus der Region dabei

Über 280 Firmen hatten sich für die Woche der offenen Unternehmen angemeldet. Aufgrund des Coronavirus sowie der kursierenden Grippewelle hatten bis Dienstagnachmittag 33 Firmen ihre Veranstaltungen jedoch wieder abgesagt. Um die 70 Firmen aus der Region Döbeln beteiligen sich an der Aktion, die noch bis Sonnabend, 14. März, Schüler ab der siebten Klasse mit Vertretern der Unternehmen ins Gespräch bringen will.

Organisiert wird die Woche der offenen Unternehmen vom Referat Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung am Landratsamt Mittelsachsen. Bereits im September wurde mit den Vorbereitungen für die Berufsinformationswoche begonnen, an der sich auch die Arbeitskreise Schule-Wirtschaft, die Agentur für Arbeit Freiberg, die IHK, die HWK sowie das Gizef Zentrum für Innovation und Unternehmertum beteiligen.

 Begleitend zu der Aktionswoche wurde auch eine Broschüre mit einer Auflage von 12.500 Stück gedruckt und an die Schüler überreicht. Am 20. Januar begann die Anmeldung für die Woche der offenen Unternehmen. Bis zum Start am Montag hatten sich über 2.700 Schüler angemeldet.

 

Von Maria Fricke

Foto: © Lars Halbauer

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