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So geht es mit Bruno Banani in Chemnitz weiter

Chemnitz 07.02.2020
Der Modetextil-Hersteller hat seine Produktion in Chemnitz eingestellt. Geschäftsführer Jan Jassner erklärt, wie es jetzt weiter geht.

Der Modetextil-Hersteller Bruno Banani bleibt auch nach der Einstellung seiner Produktion vor Ort mit seinem Firmensitz in Chemnitz. Es gebe überhaupt keinen Grund, aus der Stadt wegzugehen, sagte Geschäftsführer Jan Jassner. "Chemnitz ist ein guter Wirtschaftsstandort. Wir sind hier groß geworden und wollen hier bleiben", betonte der 47-Jährige.

Das mittelständische Unternehmen hatte zum Ende des vorigen Jahres seine Produktion in Chemnitz geschlossen und Kostengründe dafür verantwortlich gemacht. Am Firmensitz waren Unterwäsche und Bademode für Männer hergestellt worden. Die Wäsche-Produktion erfolgt nun ausschließlich in Asien durch so genannte Produktionsdienstleister. Geschäftsleitung, Vertrieb, Verwaltung, Buchhaltung sowie Lager und Logistik bleiben in Chemnitz.

Laut Jassner sind die Produktionsmitarbeiterinnen in anderen Textilunternehmen untergekommen oder in andere Branchen gewechselt. Nach Angaben der IG Metall waren 28 Frauen von der Entlassung betroffen. Eine Transfergesellschaft sei abgelehnt worden, sagte Gewerkschaftssekretärin Birgit Albrecht, die an den Sozialplanverhandlungen beteiligt war. Daher sei es in den Verhandlungen letztlich um Abfindungen für die Mitarbeiter gegangen. "Die Verhandlungen waren in Ordnung", sagte sie.

Das Unternehmen Bruno Banani hat nach eigenen Angaben seinen Gesamtumsatz von rund 125 Millionen Euro 2018 auf 128 Millionen Euro im vergangenen Jahr verbessert. Die Anzahl der Mitarbeiter ist von 120 im Jahr 2018 auf knapp 100 geschrumpft.

Mehr als die Hälfte des Umsatzes wird laut Jassner mit Parfüm erzielt. Die je acht Frauen- und Herren-Düfte werden in Lizenz beim Parfüm- und Kosmetikkonzern Coty in Darmstadt hergestellt. Acht weitere Lizenznehmer vertreiben im Namen der Chemnitzer unter anderem Brillen, Taschen, Schuhe, Gürtel oder auch Bettwäsche. "Unterwäsche bleibt weiterhin das Kerngeschäft", betonte Jassner.

Die "bruno banani unterwear GmbH" war 1993 in Chemnitz mit 15 Mitarbeitern gegründet worden. Bekannt geworden ist das Unternehmen durch Event-Marketing und ungewöhnliche PR-Aktionen. So trug der Kosmonaut Nikolai Budarin in der Raumstation Mir Unterwäsche der Firma. Auf einem Plakat mit Karikaturen verschiedener Spitzenpolitiker wie Angela Merkel, Gregor Gysi oder Cem Özdemir wurde für eine "Abwrackprämie" für Unterwäsche geworben. Und zuletzt sponsorte die Firma den Rennrodler Bruno Banani aus Tonga, der bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi für Aufsehen sorgte. (dpa)

 

Foto: © dpa

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