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So will sich dm in Sachsen verändern

12.11.2021
Deutschlands größter Drogist dm legt beim Umsatz zu, auch in Sachsen. Neue Filialen sind geplant. Ein Markt wird aber auch geschlossen.

Von Nora Miethke

Die Drogeriemarktkette dm segelt gut durch die Corona-Krise. Zwar kamen im vergangenen Geschäftsjahr rund zehn Prozent weniger Kunden und Kundinnen in die 70 Filialen in Sachsen, doch wenn sie kamen, kauften sie mehr ein. Der Umsatz wuchs um 5,4 Prozent auf 268 Millionen Euro.Insgesamt stiegen die Erlöse bei Deutschlands größtem Drogisten um 6,5 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro, teilte dm-Geschäftsführer Christoph Werner am Donnerstag in Karlsruhe mit.

Im Gesamtumsatz ist das Onlinegeschäft mit enthalten, das in der Pandemie kräftig zugelegt hat. dm verschickt täglich 20 000 Pakete. Für Sachsen wird nur der in den Märkten gemachte Umsatz gezählt. „Und wenn man das miteinander vergleicht, ist das Geschäft in der Fläche im Freistaat stärker gewachsen als deutschlandweit“, freut sich Gerd Moßler, Gebietsverantwortlicher für Sachsen.

Neuer Markt in Bischofswerda in Planung

„Ich verkaufe lieber im Laden als ich Pakete packe“, sagt er und ist zuversichtlich, dass das Filialnetz in den kommenden Jahren noch größer werden wird, trotz des veränderten Einkaufsverhaltens, mehr online zu bestellen. Eine Expresslieferung nach Hause, wie sie nach erfolgreichen Tests jetzt zuerst in Berlin und München ausgerollt werden soll und später auch in Sachsen, funktioniere auch nur mit dichtem Filialnetz, betont Moßler.

Also wird kräftig investiert. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr flossen drei Millionen Euro in die Eröffnung von vier neuen Märkten in Dresden, Borna und Radeberg sowie den Umbau von drei Filialen in der Dresdner Altmarktgalerie, Chemnitz und Zwickau. In diesem Geschäftsjahr 2021/2022 sollen die Investitionen auf vier Millionen Euro steigen. Geplant sind vier neue Märkte in Bischofswerda, Leisnig, Zwickau und Lauter. Zwei Filialen in Leipzig werden modernisiert. Ein Markt wird aber auch geschlossen werden und zwar in Meißen in den Neumarkt-Arkaden. Der Mietvertrag läuft aus und der Kundenzuspruch fällt nicht so stark aus wie erhofft. „Ich gebe zu, da hatten wir uns mehr versprochen“, so Moßler.

dm wieder laut Stepstone beliebtester Arbeitgeber

Die Drogeriekette ist auch wieder im Stepstone-Ranking zum beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands gekürt worden. Im laufenden Ausbildungsjahr hat dm rund 2.000 Ausbildungs- und Studienplätze geschaffen. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland 42.663 Frauen und Männer, in Sachsen sind es 1.111 – 82 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Lehrlinge stieg um vier auf insgesamt 141. Es werde auch wieder eine Corona-Sonderzahlung geben, die für Vollzeitkräfte 250 Euro beträgt, sowie einen Jahresbonus, kündigt Moßler an. Die Mitarbeitenden testen sich zwei Mal in der Woche, die Tests stellt dm kostenlos zur Verfügung. „Uns fällt es natürlich leichter, unser Personal großzügig mit Tests zu versorgen“, meint der dm-Manager.

Ob dm erneut in das Geschäft mit kostenlosen Selbsttests einsteigt, ließ das Unternehmen am Donnerstag offen. Dafür sei es noch zu früh und die politischen Äußerungen dazu seien zu unkonkret, sagte Werner. Generell sei man gerne bereit zu unterstützen, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Von März an hatte dm Schnelltest-Zentren betrieben. Zum Höhepunkt der Pandemie waren es bundesweit mehr als 500, davon etwa 25 in Sachsen. Sie wurden zum 30. September geschlossen. Testen war dabei nur draußen erlaubt, nicht in den Märkten selbst. Unter diesen Umständen wäre das über den Winter hinweg ohnehin nicht zu bewerkstelligen, sagte Werner in Karlsruhe.

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