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So wirbt Sachsen in Amerika um die neue Chipfabrik

08.12.2021
Der Intel-Konzern will groß in Europa investieren. Sachsen zeigt seine Standortvorteile in San Francisco vor.

Von Georg Moeritz 

Dresden. Neue Chipfabriken mit 12.000 Arbeitsplätzen will der US-Konzern Intel in den nächsten Jahren in Europa bauen - da lohnt sich Werbung für den Standort Sachsen. Die landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFS) in Dresden berichtete am Montag, dass sie auf einer der wichtigsten Fachmessen für Mikroelektronik wirbt. Sachsen sei "als einziges deutsches Bundesland" auf der Messe Semicon West in San Francisco vertreten. Die Messe beginnt an diesem Dienstag und dauert drei Tage.

WFS-Geschäftsführer Thomas Horn sagte, weitere Standortentscheidungen in Europa seien zu erwarten. Zum einen wachse der Bedarf an Mikrochips weltweit, das zeige der Nachschubmangel in der Autoindustrie. Zum anderen hätten Elektronik-Hersteller den Wunsch, die Produktion näher an ihre Absatzmärkte zu bringen. Auch der Konzern TSMC aus Taiwan hat angekündigt, eine Fabrik in Europa zu bauen. Intel-Chef Pat Gelsinger will noch in diesem Jahr über den Standort entscheiden - oder über mehrere. In Dresden ist noch Platz neben den vorhandenen Mikrochipfabriken, Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat einen ehemaligen Flugplatz in Bayern ins Gespräch gebracht.

Intel hat bereits eine Mikrochipfabrik in Irland. Konzernchef Gelsinger will nun eine "Mega-Fab" auf dem europäischen Festland. Sie soll nach früheren Angaben aus acht einzelnen Fabriken bestehen, die nacheinander in Betrieb gehen sollen. Der Intel-Plan sieht vor, die ersten Spatenstiche nächstes Jahr zu setzen und Mitte des Jahrzehnts den Betrieb in den beiden ersten Fabriken hochzufahren. Entwicklungschefin Ann Kelleher sagte dem Handelsblatt, die Verpackung der Chips könne an einem anderen Ort angesiedelt werden als die Produktion.

Sachsen "als Investitionsstandort" auf Messe Semicon West

Intel fordert allerdings hohe staatliche Subventionen. Weil auch asiatische Staaten und die USA die Milliarden-Investitionen stark fördern, weisen die Konzernchefs gerne auf diese Standortkonkurrenz hin. EU-Kommissar Thierry Breton betonte bei einem Dresden-Besuch im November, er werde öffentliches Geld für neue Investitionen mobilisieren. Dresden sei ein "fantastischer Kandidat". Über Gespräche mit einzelnen Firmen zur möglichen Ansiedlung im "Silicon Saxony" bewahrten die Wirtschaftsförderer bisher Stillschweigen.

WFS-Chef Horn sagte, Silicon Saxony sei Europas größter Mikroelektronik-Cluster und der fünftgrößte weltweit. Mit Cluster ist eine Ballung gemeint, dazu gehören in Dresden vier Mikrochipfabriken, Lieferanten und Forschungseinrichtungen sowie die Software-Branche. Für Horn ist es sehr wichtig, dass Sachsen auf der Halbleitermesse in den USA als Investitionsstandort präsent ist. Im vorigen Jahr fand die Fachmesse Semicon West rein virtuell statt, in diesem Jahr gibt es dort wieder persönliche Kontakte.

Zwei sächsische Unternehmen haben eigene Stände auf der Messe in San Francisco: der Laserspezialist 3D-Micromac AG und Scia Systems GmbH aus Chemnitz. Am Gemeinschaftsstand "Sachsen live" beteiligen sich Mechatronik Systemtechnik GmbH aus Pirna, Semsysco GmbH aus Moritzburg, Infratec GmbH Infrarotsensorik und Messtechnik aus Dresden, das Fraunhofer-Institut IZM-Assid mit dem Standort Moritzburg sowie der Anlagenhersteller Fabmatics GmbH aus Dresden. Der langjährige Fabmatics-Geschäftsführer Heinz Martin Esser hat als Vorstandschef des Branchenverbands Silicon Saxony stets für den Standort geworben.

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