kfn6yvavfygric1k5d5mqrktbbl5rcis.jpg

Solartechnik kehrt nach Freiberg zurück

10.07.2020
Das Schweizer Unternehmen Meyer Burger wählt traditionsreiche Solarstandorte in Bitterfeld-Wolfen und Freiberg für den Aufbau einer eigenen Fertigung.

Von Nora Miethke 

Nun steht es fest. Die Produktion von Solarzellen und Solarmodulen soll nach Freiberg zurückkehren. Für den Start ihrer eigenen Fertigung hat sich die Meyer Burger Technology AG für Standorte im „Solar Valley“ in Bitterfeld-Wolfen und in Freiberg entschieden. 

Die Schweizer Unternehmensgruppe hat bislang die Maschinen für die Solarmodulfertigung geliefert, jetzt will sie die neueste Generation der Fertigungstechnologie selbst nutzen. „Wir freuen uns sehr darauf, zwei der traditionsreichsten Solarstandorte Europas wiederzubeleben und neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Vorstandschef Gunter Erfurt am Donnerstag, einen Tag vor der außerordentlichen Generalversammlung in der Schweiz. 

Bestehende Infrakstruktur als Standortvorteil

Erfurt braucht die Zustimmung der Aktionäre für eine Kapitalerhöhung mit einem angestrebten Bruttoerlös von umgerechnet 155 Millionen Euro. Das ist die Voraussetzung für die Nutzung der beiden Standorte.

In diese Freiberger Fabrik will das Unternehmen einziehen.
In diese Freiberger Fabrik will das Unternehmen einziehen. © Meyer Burger

Meyer Burger hat sich bewusst für Freiberg und Bitterfeld-Wolfen entschieden, weil die dort bestehenden Infrastrukturen und hohe Fachkompetenz kurze Hochlaufzeiten und eine hohe Produktqualität versprechen. In Bitterfeld-Wolfen mietet das Unternehmen Gebäude des ehemaligen Solarzellenherstellers Sovello langfristig und kostengünstig an, um dort hocheffiziente Solarzellen mit der Heterojunction-Technologie herzustellen. 

400 Megawatt jährlich

Im knapp 150 Kilometer entfernten Freiberg werden die Zellen dann in einer Produktionsanlage des ehemaligen Solarworld-Konzerns zu Modulen weiterverarbeitet. Über den Kaufpreis der Anlage wurde mit dem Insolvenzverwalter Christoph Niering Stillschweigen vereinbart. 

Die Kapazität zum Produktionsstart im ersten Halbjahr 2021 werden bei jährlich 400 Megawatt in der Solarzellenproduktion und 400 Megawatt in der Modulproduktion liegen. Der weitere Ausbau soll in den kommenden Jahren bis 5 Gigawatt erfolgen.

Zur Newsletter-Anmeldung

Bestellen Sie jetzt den kostenlosen E-Mail-Newsletter WIRTSCHAFT in Sachsen und erhalten Sie ab sofort 1x die Woche aktuelle Neuigkeiten aus dem sächsischen und dem nationalen Wirtschaftsgeschehen.

Newsletter bestellen

Weitere Artikel

Großinvestition bei Radeberger trotz Corona

Großinvestition bei Radeberger trotz Corona

Die Radeberger Brauerei nimmt eine neue Abfüllanlage in Betrieb. Die passt geradeso in eine Halle. Was das Besondere an der Anlage ist.

Der vernetzte Weinberg

Der vernetzte Weinberg

Forscher zeigen im Weingut Schloss Proschwitz, wie Sachsens Landwirtschaft durch Mobilfunk, virtuelle Realität und Drohnen revolutioniert werden könnte.

Wirtschaft klagt übers Görlitzer Rathaus

Wirtschaft klagt übers Görlitzer Rathaus

Mehr als ein Jahr nach der Wahl ist die Zufriedenheit mit OB Octavian Ursu hoch. Doch jetzt gibt es erstmals auch Kritik.

Dresdner Händler kritisieren Prager Straße

Dresdner Händler kritisieren Prager Straße

Aufdringliche Buden, viel Werbung: Die Einkaufsmeile sehe "verramscht" aus. Wie die Stadt das ändern will und was Händler und Gastronomen fordern.