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Solarwatt Dresden liefert aufs Berliner Olympiastadion-Dach

24.01.2022
Für Lüftung, Kühlung und Beleuchtung: Das Berliner Olympiastadion hat Ökostrom-Technik bei Solarwatt bestellt. Die Anlage ist aber noch ausbaufähig.

Das Dach des Berliner Olympiastadions trägt künftig 1.614 Fotovoltaik-Module aus Dresdner Produktion. Der Hersteller Solarwatt GmbH teilte am Donnerstag mit, die Solaranlage werde auf dem äußeren Betonring des Stadiondachs angebracht. Elf Prozent des örtlichen Strombedarfs ließen sich mit den verglasten Solarzellen erzeugen - vor allem für Lüftung, Kühlung und Beleuchtung des Stadions. Batteriespeicher sollten aber erst "mittelfristig" dazukommen.

Die neue Fotovoltaikanlage in der Hauptstadt hat laut Solarwatt eine Leistung von bis zu 605 Kilowatt bei bestem Licht. Die erhoffte Stromausbeute von 615.000 Kilowattstunden pro Jahr entspreche dem Bedarf von rund 200 Dreipersonenhaushalten. Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus sagte in Dresden, damit werde die Olympiastadion Berlin GmbH "zumindest in Teilen unabhängig von immer weiter steigenden Energiepreisen".

Die Planung der Ökostrom-Investition mit mehreren beteiligten Firmen war anscheinend langwierig: Vor sechs Jahren habe die Olympiastadion Berlin GmbH als Pächter des Stadions das Projekt auf den Weg gebracht. Projektierer und Anlagen-Errichter ist die Koco Energy AG in Rimsting am Chiemsee. Investor und Betreiber aber ist der Ökoenergieversorger Polarstern, der 625.000 Euro dafür ausgibt. Polarstern-Geschäftsführer Florian Henle sagte, die Solarstromversorgung großer Sportanlagen leiste "mit ihrem Imageeffekt" und der CO2-Einsparung einen wichtigen Beitrag für die Zukunft.

Solarwatt baut 100 neue Arbeitsplätze auf

Dank der beauftragten Firmen muss der Stadionbetreiber nicht selbst in die Technik investieren. Finanzierung und Betrieb "über mindestens zehn Jahre" seien gesichert, sagte Timo Rohwedder, Geschäftsführer der Olympiastadion Berlin GmbH. Das Stadion wurde für die Olympischen Sommerspiele 1936 erbaut, seit 1963 ist es die Heimat des Bundesligisten Hertha BSC.

Der Dresdner Hersteller Solarwatt wächst unterdessen weiter. Im September hat Geschäftsführer Neuhaus neue Produktionslinien in Betrieb genommen, die pro Jahr eine Million Fotovoltaik-Module montieren können, mit Glasscheiben und Rahmen. 35 Roboter bewegen sich in der hoch automatisierten Produktion. Doch Solarwatt hat einschließlich der Vertriebsmitarbeiter 600 Beschäftigte, dieses Jahr sollen 100 dazukommen. Solarwatt stellt auch Stromspeicher her und hat die Montage dieser Akkus von einem zugekauften Betrieb bei Köln nach Dresden verlagert.

Der Solarwatt-Umsatz hat sich nach jüngsten Angaben seit 2018 auf 160 Millionen verdoppelt und soll dieses Jahr 265 Millionen Euro erreichen. Noch laufe die neue Anlage nicht auf Volllast. Im kommenden Jahr soll die Gewinnzone erreicht werden. Weil die Büroflächen bei Solarwatt an der Grenzstraße knapp werden, zieht ein Teil der Verwaltung in die Dresdner Innenstadt um. Auch der Konkurrent Meyer Burger in Freiberg dehnt die Fertigung aus, hat aber wegen hohen Krankenstands und Quarantäne eine seiner beiden Produktionslinien vorübergehend stillgelegt.

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