jqehm04y8ne38gmcuwug777y2t17tjbd.jpg

Stellensicherung bei Globalfoundries gefordert

15.10.2020
Drohen den Mitarbeitern in Dresdens größter Fabrik bald Auslagerungen? Die Firma verweist auf Wachstumspläne.

Von Georg Moeritz

Dresden. In der Dresdner Mikrochipfabrik des Konzerns Globalfoundries stehen nach Informationen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) erneut „drastische Veränderungen“ beim Personal bevor. In einem offenen Brief an den neuen Geschäftsführer Manfred Horstmann fordert die Gewerkschaft Verhandlungen über eine Beschäftigungssicherung. Die solle mindestens bis Ende 2022 gelten – zu dieser Zeit könnte der Konzern mit Sitz in den USA erstmals Aktien an die Börse bringen.

Die Gewerkschaft hat in diesem Jahr bereits mit Warnstreiks versucht, einen Tarifvertrag für Dresdens größte Fabrik durchzusetzen. Firmensprecher Jens Drews wies die Forderungen zurück: Partner bei allen „internen Themen“ sei der Betriebsrat, also nicht die Gewerkschaft. Betriebsräte dürfen keine Tarifverträge schließen.

Laut Gewerkschaft wird in der Belegschaft befürchtet, dass ein Teil des Personals in andere Firmen ausgelagert wird, verbunden mit einem Einstellungsstopp, um Kosten zu senken. Firmensprecher Drews nannte es unzutreffend, dass „ganze Bereiche der Wartung und Produktion ausgelagert“ werden sollen.

Ausweitung der Produktionskapazität

Die Dresdner Fabrik war in den vergangenen Jahren von mehr als 4.000 auf 3.200 Mitarbeiter geschrumpft. Allein im Jahr 2018 gingen laut Geschäftsbericht rund 200 Beschäftigten mit Abfindungen in einem „Freiwilligenprogramm“. Von August 2018 bis Februar 2019 gab es Kurzarbeit. Der bisherige Geschäftsführer Thomas Morgenstern, seit 2018 im Amt, verließ das Unternehmen, Horstmann rückte nach.

Laut Sprecher Drews wurden in diesem Jahr jedoch „im Hinblick auf das Hochfahren der Produktion bereits 200 neue Mitarbeiter eingestellt“. Unterstützung bekämen sie von Experten, die bei Anlagenherstellern angestellt seien. Routine-Aufgaben würden an fremde Firmen vergeben. Dafür könnten Globalfoundries-Beschäftigte, die zur Zeit der Unterauslastung einfachere Arbeiten verrichteten, wieder für höher qualifizierte Tätigkeiten eingesetzt werden.

Drews kündigte erneut eine Ausweitung der Produktionskapazität an: Sie solle „in den nächsten Jahren mehr als verdoppelt“ werden. Globalfoundries hat schon mehrfach das Ziel genannt, eine Million Siliziumscheiben pro Jahr in Dresden zu Chips zu verarbeiten. 2018 waren es 277.000, im besten Jahr 2014 rund 548.000.

Zur Newsletter-Anmeldung

Bestellen Sie jetzt den kostenlosen E-Mail-Newsletter WIRTSCHAFT in Sachsen und erhalten Sie ab sofort 1x die Woche aktuelle Neuigkeiten aus dem sächsischen und dem nationalen Wirtschaftsgeschehen.

Newsletter bestellen

Weitere Artikel

Kamenzer Wirt erhält Unternehmerpreis

Kamenzer Wirt erhält Unternehmerpreis

Mario Osmani vom La Piazza ist einer von zehn Oberlausitzern, die für ihr Handeln in der Corona-Zeit geehrt werden. Womit er überraschte und was er Neues plant.

Hebamme in Not

Hebamme in Not

Die Görlitzerin Kristina Seifert ist Hebamme mit Leib und Seele. Trotzdem suchte sie sich jetzt einen zweiten Job. Kein Einzelfall dieser Berufsgruppe.

Neues Bier aus Freital im Handel

Neues Bier aus Freital im Handel

Das Rotbier ist nach einer bekannten Freitaler Sagengestalt benannt. Die ersten 100 verkauften Kisten brachten auch Geld für einen guten Zweck ein.

Der neue Chef in Glashüttes Apotheke

Der neue Chef in Glashüttes Apotheke

Rico Prasser ist beruflich in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Der 40-Jährige übernimmt auch die Apotheke in Frauenstein.