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Susan Fechner - neue Chefin der Wobau

22.07.2020
Von ihrem Vorgänger hat sie ein Millionen-Projekt übergeben bekommen – die Modernisierung eines Fünfgeschossers.

Von Ralf Grunert 

Lauta. Seit Monatsbeginn ist Susan Fechner die neue Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Lauta. Die 48-Jährige hat die Nachfolge von Klaus Weickert angetreten, der nunmehr seinen Ruhestand genießt. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Wobau hatten sich für eine interne Lösung der Geschäftsführer-Nachfolge verständig, anstatt jemanden von außerhalb zu suchen. Mit Susan Fechner, die verheiratet ist, einen 16-jährigen Sohn hat und in Hoyerswerda lebt, gab es im Unternehmen eine dafür geeignete Person.

Pumpe über Spreetal nach Lauta

Ihr beruflicher Werdegang hat im Gaskombinat Schwarze Pumpe begonnen, wo sie als Industriekauffrau tätig war. Nach der Wende sammelte sie nach verschiedenen Weiterbildungs-Maßnahmen in einem Nieskyer Modegeschäft und in einem Autohaus in Hoyerswerda weitere Erfahrungen. Mit der Wohnungswirtschaft in Kontakt kam die 48-Jährige erstmals durch ihre Tätigkeit bei der Lausitzer Bergarbeiter-Wohnungsgenossenschaft in Spreetal. Seit dem 1. Januar 2006 ist sie bei der Wobau Lauta beschäftigt. Hier befasste sie sich insbesondere mit Wohneigentums-Verwaltung, der Betriebskosten-Abrechnung und der Wohnungsverwaltung im Bereich Laubusch.

Ausbildung mit Blick voraus

Den Posten als Geschäftsführerin zu übernehmen, dazu musste Susan Fechner nicht überredet werden. Im Gegenteil, sie war bereit, diese Chance zu ergreifen, wie sie selbstbewusst betont. Im Zeitraum 2011 bis 2013 absolvierte sie bereits eine Ausbildung zum Immobilienfachwirt. Das war seinerzeit schon perspektivisch gedacht.

Mit drei Mitarbeitern, darunter einer neuen Kollegin, die in ihren eigenen bisherigen Aufgabenbereich eingearbeitet wird, leitet Susan Fechner nun die Wobau. Diese verfügt über einen Bestand von 615 Wohnungen und ist unter anderem auch Eigentümerin des Ärztehauses in Laubusch. Mieternähe ist etwas, was die Wobau als verhältnismäßig kleines Unternehmen auszeichnet, findet die Geschäftsführerin. Deren Sorgenkind wiederum ist der Wohnungsleerstand. Ende 2019 lag die Quote bei 13,6 Prozent. „Unser Projekt Mittelstraße 34 wird sich aber positiv auf die Leerstandsquote auswirken“, blickt Susan Fechner optimistisch in die Zukunft.

Barrierearmer Wohnraum entsteht

Es handelt sich um die Komplettsanierung des Gebäudes Mittelstraße 34. Der Auszug soll bis Ende Juli erledigt sein. Von 28 Mietern sind immerhin 20 in andere Wobau-Wohnungen umgezogen, freut sich Susan Fechner. Vor zwei Wochen haben die Baufeldfreimachung und der Innenabriss begonnen. In diesem Fünfgeschosser sollen 38 Wohnungen entstehen, gut die Hälfte Zwei-Raum-Wohnungen, aber auch Wohnungen mit einem Raum beziehungsweise mit drei Räumen. Alle Wohnungen in den Obergeschossen werden per Fahrstuhl erreichbar sein. In einen Teil des Erdgeschosses soll eine Tagespflege einziehen, für diese wird auch ein Anbau am Gebäude errichtet. Zwar wird es sich um seniorengerechten, sprich barrierearmen Wohnraum handeln. Was aber nicht dagegen spricht, dass jung gebliebene Leute mittleren Alters einziehen können. Die Nachfrage ist jetzt schon groß. „Dabei sind wir noch nicht mal in die Werbung gegangen“, staunt Susan Fechner. Die künftigen Mieter des Hauses werden sich aber noch ein wenig gedulden müssen. Die Fertigstellung des Projektes, das sich die Wobau Lauta knapp drei Millionen Euro kosten lässt und das durch den Freistaat Sachsen gefördert wird, ist im Verlauf des Frühjahrs 2022 vorgesehen. Was ihr Vorgänger Klaus Weickert mit der Planung begonnen hat, wird die neue Geschäftsführerin dann mit der Schlüsselübergabe an die Mieter vollenden können.

Diese Darstellung zeigt im Groben, wie der Fünfgeschosser an der Mittelstraße in Lauta nach der Fertigstellung im Frühjahr 2022 aussehen soll. Der Anbau (links) ist für die Tagespflege im Erdgeschoss des Hauses vorgesehen. Das verglaste Eingangsportal um
Diese Darstellung zeigt im Groben, wie der Fünfgeschosser an der Mittelstraße in Lauta nach der Fertigstellung im Frühjahr 2022 aussehen soll. Der Anbau (links) ist für die Tagespflege im Erdgeschoss des Hauses vorgesehen. Das verglaste Eingangsportal um © Foto: Wobau
Die letzten Mieter der Mittelstraße 34 haben noch bis Ende dieses Monats Zeit, aus- oder umzuziehen. Von den 28 Mietparteien haben sich immerhin 20 für eine andere Wobau-Wohnung entschieden. Derweil haben die ersten vorbereitenden Arbeiten für die Moderni
Die letzten Mieter der Mittelstraße 34 haben noch bis Ende dieses Monats Zeit, aus- oder umzuziehen. Von den 28 Mietparteien haben sich immerhin 20 für eine andere Wobau-Wohnung entschieden. Derweil haben die ersten vorbereitenden Arbeiten für die Moderni © Foto: Ralf Grunert

 

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