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Unternehmen investiert Millionenbetrag

Landkreis Görlitz 07.10.2019
Den Metallbau Hänchen in Schleife gibt es seit 1992. Seither wird investiert, expandiert und an der Zukunft der Firma gearbeitet.

Seit Kurzem steht im Gewerbegebiet Schleife auf dem Areal des Metallbaus Hänchen eine neue Fabrikhalle. In ihr wird seit gestern ein computergesteuertes Bearbeitungszentrum für Aluminium und Stahl montiert. Ende September soll die Fertigungsanlage, die bohrt, fräst und Material auf bis zu sechs Metern Länge zuschneidet, samt Kranbahn einsatzbereit sein.

„Die Anlage ermöglicht eine schnellere Produktion und kürzere Bearbeitungszeiten. Das ist wichtig, da unsere Auftragsbücher voll sind“, begründet Christof Hänchen, Senior-Chef des gleichnamigen Metallbauunternehmens. 1992 hatte er, nach der Insolvenz seines Arbeitgebers Stahlbau Zwischengenossenschaftliche Bauorganisation ZBO, sein Unternehmen ausgegliedert und selbst weitergeführt. „Damals, mit knapp 40 Jahren, hatte ich eben genug Mut, um Investitionskredite von rund 500 000 D-Mark aufzunehmen und mit acht Mitarbeitern durchzustarten“, erinnert sich Christof Hänchen. Bereut hat er den Schritt nie, obwohl er mit seinem gesamten Vermögen für die Firma gebürgt und die Familie dadurch viele Jahre unter großem Druck gestanden habe. „Ich war allerdings von Anfang an optimistisch, dass wir es schaffen. Es waren ja genügend Aufträge vorhanden.“

Erfolgreiche Firmenstrategie

Das „Bauchgefühl“ des Firmengründers sollte sich als richtig erweisen. Zum Standort Hoyerswerdaer Straße in Schleife kam 2007 ein Grundstück im örtlichen Gewerbegebiet hinzu, wo zwei weitere Fertigungshallen für die Alu- und Edelstahlverarbeitung entstanden. Dies wiederum hatte zur Folge, dass die Zahl der Mitarbeiter stetig mitwuchs. Heute beschäftigt das Unternehmen, das jährlich rund fünf Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, insgesamt 24 Mitarbeiter. „Personalsorgen hatten wir nie. Noch heute gehen fast täglich Bewerbungen ein“, so Christof Hähnchen. Da bei Abriss, Fundamentbau und Aufstellung des auf den Bau von Balkonanlagen spezialisierten Unternehmens weitere Kapazitäten nötig sind, wird mit vier regionalen Spezialfirmen eng zusammengearbeitet. Denn die Balkonanlagen aus Schleife waren und sind bei Sanierungs- und Modernisierungsprojekten großer Wohnungsunternehmen in München, Berlin, Fürstenfeldbruck, Leipzig oder der Lausitz gefragt. „Aufträge von bis zu 200 Anlagen an einem Objekt sind keine Seltenheit. Es gab Zeiten, da kamen wir mit der Produktion gar nicht hinterher. Deshalb haben wir jetzt rund eine Million Euro in die neue Halle samt Krananlage und Bearbeitungszentrum investiert. Außerdem erleichtert es die Arbeit, weil Lkws künftig mit dem Kran be- und entladen werden und die LKW dafür direkt in die Halle fahren können.“

Um Halle samt Technik sowohl Mitarbeitern als auch Geschäftspartnern vorstellen und gleichzeitig allen einmal Dankeschön sagen zu können, wurde letzten Freitag in kleinem Rahmen die Halle offiziell eingeweiht. „Es ist gut, so ein Unternehmen im Ort zu haben, das weiter expandiert und gut bezahlte Arbeitsplätze schafft, was Mitarbeiter motiviert und letztlich auch unsere Jugend in Schleife hält. Nicht zuletzt engagiert sich das Unternehmen seit Jahren gesellschaftlich“, lobte Schleifes Bürgermeister Reinhard Bork bei der Feierstunde.

Unternehmensnachfolge gesichert

Was den sozialen Einsatz der Firma betrifft, so zählen beispielsweise die Neupflanzung der Rotbuche auf dem Festplatz im Kromlauer Park, die Unterstützung von Vereinen und einer Behinderteneinrichtung dazu. „So was liegt mir am Herzen“, begründet Christof Hänchen, der sich künftig mehr im Hintergrund einsetzen und etwas mehr den Ruhestand genießen will. Auf mehr Zeit mit Opa freuen sich auch die fünf Enkelkinder des 68-Jährigen, der die Geschäftsführung bereits an Sohn Roberto übergab. Der arbeitet – wie Tochter Anke und Ehefrau Rita – ebenfalls schon seit Jahren im Unternehmen mit. „Ich bin froh, dass es so ist und die Nachfolge geklärt ist. Es gibt heute ja nicht viele Firmen, wo das so ist“, meint Christof Hänchen, der trotzdem noch nicht ganz loslassen kann und sich deshalb auf die Baustellenbetreuung konzentrieren will. Dies bedeutet aber viele und lange Autofahrten. „Die bisherige Infrastruktur und Anbindung der Region Weißwasser an Zentren wie Berlin, Chemnitz oder Altbundesländer ist für Unternehmen und Mitarbeiter unbefriedigend, bedeutet viel Kutscherei, Zeit und Ausgaben. Da muss sich im Rahmen des Strukturwandels was ändern“, fordert Senior-Chef Hänchen, der mit der Familie schon das nächste Projekt zur Sicherung der Firmenzukunft im Blick hat: eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung für die Produktion.

 

Von Sabine Larbig

Foto: © Sabine Larbig
 

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