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Urlaubszeit trifft in Sachsen auf Rekordkrankenstand

09.08.2022
Ungewöhnlich viele Atemwegsinfekte verschärfen den Personalengpass in Sachsen. Auch die Zahl der Corona-Fälle steigt.

Von Kornelia Noack

dafür sind ungewöhnlich viele Atemwegsinfekte und Corona-Infektionen, wie die vier größten Krankenkassen in Sachsen übereinstimmend mitteilen. Die steigende Zahl von Fehltagen stellt Arbeitgeber gerade jetzt in der Urlaubszeit in vielen Bereichen vor Probleme.

„Die Omikron-Welle hat in Sachsen im ersten Halbjahr für fast doppelt so viele Corona-Fehltage gesorgt wie etwa in Hamburg oder Bremen“, sagt Christine Enenkel, Landeschefin der DAK. Die Kasse verzeichnete im Freistaat von Januar bis Juli mit 4,8 Prozent den höchsten Krankenstand seit Beginn der Pandemie.

Das hat eine Auswertung aller Krankschreibungen von 55.000 DAK-versicherten Beschäftigten in Sachsen ergeben. Demnach hat Corona im ersten Halbjahr 76 Fehltage je 100 Versicherte verursacht. „Das sind rund dreimal so viele wie im gleichen Vorjahreszeitraum“, so Enenkel.

Atemwegserkrankungen häufigster Grund für Fehltage

Parallel zu den Lockerungen der Corona-Auflagen habe sich eine ausgeprägte Erkältungs- und Grippewelle entwickelt. Sie habe dazu geführt, dass die Fehltage wegen Husten und Schnupfen von 71 je 100 Versicherte im ersten Halbjahr 2021 auf 166 Tage angestiegen sind.

Atemwegserkrankungen waren damit vor Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychischen Erkrankungen die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit in Sachsen. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Berufsgruppen. Besonders oft krank haben sich Kraftfahrer und Lokführer gemeldet, aber auch Beschäftigten in Verwaltung und Rechtsberufen. Seltener dagegen fehlten Beschäftigte in Unternehmensführung und -organisation.

Ähnliche Erfahrungen hat die AOK Plus und die IKK classic in Sachsen gemacht. Nie sei der Krankenstand so hoch gewesen wie jetzt, sagt IKK-Chef Frank Hippler. Jeder zweite Versicherte im Freistaat sei im ersten Halbjahr mindestens einmal ausgefallen. Mehr Kranke seien es im Ländervergleich der Kasse nur noch in Thüringen gewesen. Laut Hippler habe es in den ersten sechs Monaten bereits mehr Coronakranke gegeben als im gesamten Vorjahr. Allerdings: Wer an Corona erkrankte, fiel im Schnitt zwölf Tage aus und damit zehn weniger als 2021. Man könne daher in vielen Fällen von milderen Krankheitsverläufen ausgehen.

Obwohl sich Sachsen mitten in der Sommerferienzeit befindet, sind die Coronazahlen hoch. Am Freitag lag die Inzidenz im Freistaat bei 369, vor einem Jahr war sie nur einstellig. Um Ansteckungen zu vermeiden, ist es seit Freitag wieder möglich, bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege eine Krankschreibung per Telefon zu bekommen.

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