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Vincenz Richter lässt 20 Jahre reifen

Landkreis Meißen 28.05.2019
Für das neuste Produkt des Hauses hat Winzer Thomas Herrlich besonders viel Geduld aufbringen müssen.

Er lässt Dinge nicht gern auf sich beruhen, er hinterfragt und bleibt kritisch. Mit diesem Prinzip hat der Meißner Winzer Thomas Herrlich das Weingut Vincenz Richter in den vergangen drei Jahrzehnten ganz nach vorn gebracht. 

Auch die jüngste Erfolgsgeschichte beginnt damit. Ihr Ursprung liegt nicht weniger als 20 Jahren zurück. Als seine Mitarbeiter und er 1998 eine Beerenauslese vom Kapitelberg geholt hätten, habe ihn die ausgeprägte Säure gestört, erzählt Thomas Herrlich am Montagvormittag vor Freunden und Wegbegleitern in der Vinothek des Hauses. Selbst das Ausfällen löste das Problem nicht. Abwarten und Tee trinken, so wurde entschieden.

Ein paar Jahre später war der Meißner in Andalusien unterwegs. Natürlich durfte die berühmte Bodegas Tio Pepe in der Stadt Jerez auf dem Programm nicht fehlen. Das Unternehmen ist vor allem für seinen Sherry berühmt. 

Dabei handelt es sich um einen trockenen Weißwein, der mit Branntwein versetzt und so von ausgangs elf bis 13 auf 15,5 Volumenprozent Alkohol gebracht wird. Anschließend reift der Wein mit Luftkontakt. Die Details des Herstellungsprozesses sind äußerst komplex. 

Wie ein Geistesblitz habe es ihn in Andalusien getroffen, so Thomas Herrlich. Ein sächsischer Sherry, der offiziell nur Weinlikör genannt werden darf, das wäre eine Möglichkeit, den 1998er Riesling weiter zu verarbeiten und ein ganz neues Produkt zu kreieren. 

Schützenhilfe leistete Destillateurmeister Siegbert Hennig von der Meißner Spezialitätenbrennerei Prinz zur Lippe. Dank seines Einsatzes kann von einem hundertprozentig sächsischen Sherry gesprochen werden.

Die Jahre gingen ins Land. In regelmäßigen Abständen genehmigten sich Thomas Herrlich und Vincenz-Richter-Mitarbeiter Mario Surma einen Schluck aus dem Fass im Keller, wo der Sherry in aller Ruhe vor sich hin reifte. 

„Mario war es eigentlich, der dann zu mir kam und sagte: Chef jetzt wäre es soweit“, sagt Thomas Herrlich. Noch ein Probeschlückchen, dann stand fest: Jetzt wird abgefüllt. 50 Flaschen mit einer Füllmenge von je 0,75 Litern sind so letztlich zusammengekommen. Ein Teil von ihnen soll übrigens noch länger ruhen.

 

Von Peter Anderson

Foto: © Claudia Hübschmann

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