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Warum Oppacher die Getränkepreise erhöht

15.11.2021
Gestiegene Rohstoffpreise und Lieferengpässe: Der Getränkehersteller muss reagieren. Es gibt aber auch erfreuliche Nachrichten und neue Ideen.

Von Romy Altmann-Kuehr

Jens Israel darf schon einen der neuen Elektro-Gabelstapler fahren. Mit dem umweltfreundlichen Fahrzeug ist der Mitarbeiter auf dem Hof von Oppacher Mineralquellen täglich unterwegs, belädt Laster, die Leergut bringen und lädt neue Ware auf, die dann in den Handel kommt. Bislang hat der Oppacher Getränkehersteller erst einen dieser hochmodernen elektrisch betriebenen Gabelstapler angeschafft. In naher Zukunft aber soll die gesamte Flotte umgerüstet werden, berichtet Norbert Rogge, Marketingleiter bei Oppacher.

Doch das ist gar nicht so einfach und wird noch eine Weile dauern. "Es gibt Lieferschwierigkeiten, wie fast überall", erzählt er. Bis Ende 2022, so hofft er, werde die Staplerflotte umgestellt sein. Bisher fuhren die Gabelstapler mit Gas. Warum jetzt die Umstellung? "Die Fahrzeuge sind in die Jahre gekommen. Außerdem wollen auch wir unseren Beitrag leisten zur CO2-Einsparung", erklärt Norbert Rogge. Und die ist enorm. "Ungefähr die Hälfte", sagt er.

Staplerflotte fährt bald elektrisch

Sechs solcher Elektro-Gabelstapler will Oppacher bis Ende nächsten Jahres insgesamt anschaffen.
Sechs solcher Elektro-Gabelstapler will Oppacher bis Ende nächsten Jahres insgesamt anschaffen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Das ist nicht die einzige Investition bei Oppacher in den Klimaschutz. Zudem hat der Getränkehersteller eine neue Blasmaschine angeschafft. Sie pustet die kleinen PET-Rohlinge zu Flaschen auf, in die dann Wasser, Limonade und Co. abgefüllt werden. Die alte hatte 20 Jahre auf dem Buckel und musste erneuert werden. Die neue, moderne verbraucht 60 Prozent weniger Energie, schildert Norbert Rogge. Sie ist zudem schneller, schafft zehn bis 15 Prozent mehr.

Es gibt aber auch weniger erfreuliche Neuigkeiten aus Oppach. Anfang des neuen Jahres wird der Getränkehersteller die Preise für seine Produkte erhöhen müssen. Das bestätigt Marketingchef Norbert Rogge auf Nachfrage. Waren die Preise über die vergangenen drei Jahre stabil, käme man jetzt um eine moderate Steigerung nicht herum. Wie hoch die Preissteigerung ist, will Norbert Rogge nicht preisgeben. "Aus Gründen des Wettbewerbs", wie er sagt. Außerdem, so erklärt er, betreffe das auch nur den Preis, den die Händler an Oppacher zahlen. "Den Endverbraucherpreis bestimmt ja letztlich der Händler."

Preissteigerungen in allen Bereichen

Der Grund für die teureren Getränke sind Preissteigerungen in sämtlichen Bereichen: Falschen, Kästen, Etiketten, Verschlüsse - alles ist Mangelware und entsprechend teuer geworden, erklärt Norbert Rogge die aktuelle Lage. Ein großes Problem sind beispielsweise die Etiketten. "Der Papiermarkt ist leer gefegt", sagt Rogge. Entsprechend hoch ist die Nachfrage. "Und was passiert bei hoher Nachfrage? Der Preis steigt", so der Pressesprecher. "Und da reden wir noch gar nicht von den Energiekosten oder staatlichen Abgaben." Auch hier gibt es stetige Steigerungen.

Mit Lieferengpässen in allen Bereichen hat das Unternehmen zu kämpfen - wie viele andere auch. Auf Produkte, die früher eine Lieferzeit von vier Wochen hatten, wartet man jetzt bis zu sechs Monate, schildert Rogge.Die Corona-Krise mit Schließungen in der Gastronomie und fehlenden Veranstaltungen berührt den Getränkehersteller zwar auch. Andererseits habe es in der Krise aber einen Anstieg der Verkaufszahlen im Handel gegeben, berichtet Norbert Rogge. "Dadurch haben wir das mengenmäßig ausgeglichen." Zumal die Belieferung der Gastronomie mit Getränken bei Oppacher nur etwa zehn Prozent des Umsatzes ausmache. "Aber wir erleben natürlich auch die Schicksale der Gastronomen, die ja unsere Kunden sind. Das lässt uns nicht kalt."

Zwei neue Getränke kommen auf den Markt

Neben der Tatsache, dass die Oberlausitzer offenbar mehr zu Hause trinken und sich entsprechend mit Getränken eindecken, hat Oppacher einen weiteren Trend beobachtet: Bei den sogenannten Süßgetränken ist die Nachfrage nach hochwertigen Produkten gestiegen, die mit Direktsaft hergestellt werden. Die werden, ebenso wie Biogetränke, inzwischen auch in der Halbliter-Glasflasche angeboten. Auch die Nachfrage nach Glasflaschen generell steigt. "Die haben wir neu eingeführt, sie sehen so ein bisschen Retro aus, das spricht die Leute an", erzählt der Marketingchef.

Diesen Trends folgend will Oppacher im nächsten Jahr zwei neue Produkte auf den Markt bringen: ein weiteres Biogetränk und eines mit Direktsaft. Inzwischen stellt Oppacher neben Mineralwasser rund 30 verschiedene Sorten Süßgetränke her - also Schorlen, Limonaden, Biogetränke und ähnliches. Rund 80 Millionen Flaschen laufen jährlich insgesamt vom Band. Verkaufsschlager Nummer eins bleibt dabei das Medium-Mineralwasser.

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