WIS.jpg

Weltmarktführer wächst in Görlitz

14.06.2022
Das Unternehmen Deloitte beschäftigt an der Neiße schon über 50 Menschen. Und es sollen bald noch viel mehr werden.

Von Ingo Kramer

Hoher Besuch im neuen Görlitzer Standort von Deloitte: Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, der Görlitzer OB Octavian Ursu und Deloitte-Deutschland-Chef Volker Krug besuchten am Freitag die Firma, die sich seit November im Siemens-Innovationscampus auf der Lutherstraße niedergelassen hat.

Die Deloitte-Gruppe gehört zu den vier großen Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern in Deutschland. 10.000 Mitarbeiter zählt sie bundesweit. Und jetzt auch bereits 52 in Görlitz. In drei Jahren sollen es hier bis zu 300 sein. Bisheriger Hauptkunde des Görlitzer Büros ist die öffentliche Verwaltung, also Ministerien, Ämter und dergleichen. Doch der Kundenkreis wächst: Verkehrsunternehmen, Finanzdienstleister und Versicherungen sollen auch bald eine wichtige Rolle spielen.

Kretschmer und Ursu loben das Unternehmen in höchsten Tönen. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich ein Weltmarktführer in Görlitz niederlässt“, sagt Ursu. Doch Görlitz sei genau der richtige Ort mitten in Europa: „Dass wir die schönste Stadt Deutschlands sind, ist fachlich belegt.“ Kretschmer sprach von einem „tollen Arbeitgeber“, einer „super Marke“ und lobte die Entwicklung des Unternehmens, gerade auch bei der Digitalisierung.

Das Görlitzer Büro setzt ganz auf Wohlfühlatmosphäre. Für die Innenarchitektur zeichnet kein studierter Innenarchitekt verantwortlich, sondern Tim Gäckle, ein Görlitzer Deloitte-Mitarbeiter mit einem guten Händchen für Innenarchitektur. Er setzt auf moderne Möbel ganz unterschiedlicher Art und echtes Moos an den Wänden. „Mir war wichtig, regionale Themen und Zulieferer einzubinden“, erläutert er den Gästen. Auch die eingebaute Küche stamme aus Sachsen. Und für all jene, die gern lauter telefonieren, hat er extra eine Telefonbox ins Büro einbauen lassen.

„Aktuell nutzen wir das erste Obergeschoss, aber demnächst kommt auch das zweite Obergeschoss hinzu“, erläutert Deloitte-Sprecher Mathias Brandes. Der Platz reicht schon jetzt nicht für alle Mitarbeiter, aber in Zeiten von Homeoffice sei das auch gar nicht das Ziel: „Aktuell haben wir hier 30 Arbeitsplätze für 52 Mitarbeiter.“ Das funktioniere ganz gut, ungefähr die Hälfte arbeite von zu Hause aus. Müssen also alle Görlitzer Deloitte-Mitarbeiter überhaupt in Görlitz und Umgebung wohnen oder kann man auch an der Ostsee wohnen und dauerhaft im Homeoffice bleiben? Mathias Brandes winkt ab: „Nein, zumindest manchmal sollte man schon vor Ort sein.“ Homeoffice sei eine gute Sache, aber ab und an müsse man sich auch sehen.

Zur Newsletter-Anmeldung

Bestellen Sie jetzt den kostenlosen E-Mail-Newsletter WIRTSCHAFT in Sachsen und erhalten Sie ab sofort 1x die Woche aktuelle Neuigkeiten aus dem sächsischen und dem nationalen Wirtschaftsgeschehen.

Newsletter bestellen

Weitere Artikel

Anzeige
Die mitteldeutsche Wirtschaft zu Gast in Dresden bei der MiRKo: lauter leben!

Die mitteldeutsche Wirtschaft zu Gast in Dresden bei der MiRKo: lauter leben!

Mehr als 400 Unternehmer:innen folgten vom 17. bis 19. Juni 2022 der Einladung der sächsischen Wirtschaftsjunioren (WJ) zur Mitteldeutschen Regionalkonferenz (MiRKo) und konnten so Dresden als ganz besondere Wirtschafts-, Kultur- und Wissenschaftsregion erleben.

Neue Diskussion um den Kohleausstieg

Neue Diskussion um den Kohleausstieg

Weil aus Russland weniger Gas kommt, soll nun verstärkt Kohle zur Stromerzeugung genutzt werden: Welche Folgen die Pläne der Bundesregierung für Sachsens Kohlekraftwerke haben.

Sachsens Energieminister bei Ausbau der Windkraft zuversichtlich

Sachsens Energieminister bei Ausbau der Windkraft zuversichtlich

Mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gibt es frischen Wind für den Ausbau erneuerbarer Energie. Wie andere Länder hat auch Sachsen viel Nachholbedarf. Doch im Freistaat ist man optimistisch.

Entsteht neues Logistikzentrum in Zittau?

Entsteht neues Logistikzentrum in Zittau?

Ein Unternehmen aus Mönchengladbach will eine Fläche im Gewerbegebiet Weinau kaufen. Doch der potenzielle Investor hat noch eine zweite Option.