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Womit man in Sachsen am meisten Geld verdient

07.02.2019
Eine Studie zeigt, welche Berufe in Sachsen am lukrativsten sind. Ein Studium lohnt sich nach wie vor.

Der Unterschied hat den Wert eines neuen Kleinwagens. 9 050 Euro verdienen Arbeitnehmer im Osten im Schnitt weniger als im Westen. Nach wie vor werden in den alten Bundesländern deutlich höhere Gehälter gezahlt. Das hat das Internetportals Gehalt.de in einer Studie mit einer halben Million Teilnehmern ermittelt.

Hochtechnologie-Jobs bringen drei Mal so viel wie Gastronomieberufe

Angestellte in der Chip- und Halbleiterindustrie sind laut der Studie Sachsens Topverdiener. Fast 60 000 Euro brutto verdienen sie pro Jahr. Auf den Plätzen folgen Mitarbeiter des Bankensektors und der Chemieindustrie. Sie bekommen laut Studie um die 50 000 Euro pro Jahr und liegen damit weit über dem Durchschnittsgehalt im Freistaat. Das ist im vergangenen Jahr um drei Prozent auf nun rund 36 000 Euro gestiegen. Weit unter dem Sachsen-Schnitt liegen die Angestellten des Hotel- und Gaststättengewerbes. Sie erhalten nur etwas mehr als 20 000 Euro im Jahr. Auch weit unter dem Schnitt liegen die Gehälter im Einzelhandel und der Tourismus-Branche, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer der Hamburger Firma PMSG Personal Markt Services GmbH, die das Internetportal betreibt.

Hochschulabsolventen verdienen 12 000 Euro mehr als Facharbeiter Ein Studium lohnt sich im Freistaat. Akademiker, die einen Job antreten, bekommen rund 37 000 Euro Einstiegsgehalt. Ausgelernte Facharbeiter müssen sich in Sachsen mit knapp 25 000 Euro zufriedengeben. Unter den fünf neuen Bundesländern liegt Sachsen damit auf Platz zwei. Nur in Thüringen gibt es einige Hundert Euro pro Jahr mehr. Die höchsten Einstiegsgehälter bundesweit werden in Hessen gezahlt. Facharbeiter verdienen dort mit rund 35 000 Euro pro Jahr nur unwesentlich weniger als Akademiker in Sachsen. Hochschulabsolventen steigen mit knapp 53 000 Euro Jahresgehalt in den Beruf ein.

Frauen verdienen auch in Sachsen deutlich weniger als Männer Beim Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern nimmt Sachsen einen fragwürdigen Spitzenplatz im Osten ein. Weibliche Angestellte verdienen hier 22,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind in dieser Frage statistisch betrachtet ein leuchtendes Vorbild. Hier liegt der Lohnunterschied mit 16,4 Prozent und 16,6 Prozent deutlich niedriger als in allen anderen Bundesländern. Am höchsten ist die Differenz in Baden-Württemberg, wo Frauen im Schnitt 26,5 Prozent weniger Gehalt bekommen als Männer.

Mit Finanzen und Software wird in den neuen Bundesländern gut verdient Zu den Topverdienern im Durchschnitt der fünf neuen Bundesländer gehören die Angestellten im Bankensektor und in der Softwarebranche. Software-Entwickler in Sachsen-Anhalt können laut der Studie mit über 62 000 Euro Jahresgehalt rechnen. Auch in der Automobilindustrie und dem Maschinenbau verdienen Angestellte überdurchschnittlich gut.

In Thüringen bekommen Mitarbeiter der Autobranche knapp 49 000 Euro pro Jahr, in Baden-Württemberg gibt es für den gleichen Job rund 20 000 Euro mehr. Ganz anders sieht es im Osten im Agrarsektor aus. "Die Gehälter in dieser Branche sind verhältnismäßig niedrig: Die Einkommen liegen bei durchschnittlich 27 000 Euro im Jahr", sagt Philip Bierbach mit Blick auf Mecklenburg-Vorpommern.

Berlin ist bei Gehältern der Spitzenreiter im Osten

Nur in Berlin werden vergleichbare Gehälter wie im Westen gezahlt Beschäftigte in der Bundeshauptstadt bekommen im Mittel 42 525 Euro und liegen damit immer noch rund 4 000 Euro unter dem Bundesschnitt. Diese Lohnentwicklung hat eine Schattenseite. "Die Attraktivität Berlins führt zu immer höheren Mietpreisen und einem steigenden Pendleraufkommen in der Hauptstadt", sagt Philip Bierbach.

Niedrigere Löhne bedeuten nicht unbedingt weniger Geld zum Leben Die Hamburger Studie zeigt, dass im Osten zwar niedrigere Löhne gezahlt werden, aber die Lebenserhaltungskosten ebenfalls deutlich günstiger sind. So liegt in Schwerin und Dresden die Durchschnittsmiete bei 5,81 Euro pro Quadratmeter. In München zahlt man im Schnitt fast doppelt so viel. Wer in einer anderen Stadt arbeiten will, sollte also vorher genau rechnen, ob sich der Umzug am Ende wirklich lohnt.

 

Von Gregor Becker

Grafik/Montage:  ©  SZ, dpa/Jens Wolf

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