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Das verdienen die Dresdner – 49 Berufe im Check

In Dresden haben Beschäftigte sachsenweit die besten Verdienstchancen, wie der neue Entgeltatlas der Arbeitsagentur zeigt. 49 Berufe im Vergleich.

Lesedauer: 4 Minuten

Sandro Pohl-Rahrisch

Dresden. Das mittlere Monatsbrutto von Vollzeitbeschäftigten in Dresden ist 2024 so stark gestiegen wie lange nicht mehr. Sie lagen bei 3932 Euro, was einem Plus von 6,6 Prozent entspricht. Das zeigt der neue Entgeltatlas der Arbeitsagentur. In welchen Berufen die Dresdner am besten verdienen und wo das Geld kaum reichen dürfte, um den Lebensunterhalt zu bestreiten – das sind Gehälter im Überblick.

Gehaltsatlas: Geschäftsführer, Ärzte und Informatiker an der Spitze

Für 49 Berufe hat die Sächsische Zeitung die Gehälter der Dresdner herausgesucht. Die Spanne reicht zwischen mehr als 7000 Euro und nur etwas über 2000 Euro.

Am unteren Ende der Verdienstmöglichkeiten befinden sich Hilfskräfte in der Gastronomie und Küchenhilfen. Trotz Vollzeit-Arbeitsplatz reicht es im Mittel nur für 2294 bzw. 2357 Euro. Damit werden sie ähnlich niedrig bezahlt wie voll ausgebildete Kellnerinnen und Kellner (2426 Euro), Fahrradkuriere (2426 Euro), Reinigungshilfskräfte (2433 Euro), Verkäufer (2524 Euro) sowie Lager- und Transportarbeiter (2564 Euro).

Auf der anderen Seite der Lohntabelle sind jene Jobs zu finden, die in der Regel mit einem hohen Maß an juristischer Verantwortung einhergehen. Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer stehen mit mehr als 7240 Euro an der Spitze in Dresden, Ärztinnen und Ärzte folgen mit 6970 Euro im Monat. Nur knapp dahinter befinden sich spezialisierte Informatikerinnen und Informatiker (6185 Euro) und Elektrotechnik-Ingenieurinnen und -ingenieure (6042 Euro).

Mittleres Bruttoentgelt (Median) heißt, dass die Hälfte der Beschäftigten mehr bekommt, die andere Hälfte weniger. Und das vor Abzug von Steuern und Kranken- und Pflegeversicherung.

Gehaltssteigerungen: In diesen Berufen sind die Löhne am stärksten gestiegen

Drei Berufsgruppen dürfen sich über einen Lohnzuwachs von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Entgeltatlas 2023 freuen. Das sind Bus- und Straßenbahnfahrer (plus 15 Prozent), Erzieher (plus 10 Prozent) sowie Postboten (plus 11 Prozent).

In mehreren kleinen Schritten haben zum Beispiel die DVB seit 2020 die Gehälter aller etwa 2.000 Mitarbeiter, also nicht nur der Fahrer, erhöht. Im März 2024 erfolgte abermals eine Erhöhung für das DVB-Personal.

Gehaltsrückgänge: Hier sind die mittleren Gehälter gesunken

In einer Berufsgruppe ist das mittlere Gehalt zurückgegangen, und zwar bei Oberschul- und Gymnasiallehrern. 2023 lag der mittlere Bruttolohn bei 5871 Euro, 2024 waren es 5794 Euro. Macht ein Minus von etwa einem Prozent. Eine mögliche Erklärung: In Sachsen gehen jährlich etwa 1500 Lehrkräfte in den Ruhestand – Pädagogen, die tendenziell mehr verdient haben als jüngere Kollegen. Das macht sich beim mittleren Bruttolohn bemerkbar.

Dresden im Sachsen-Vergleich: Nirgendwo gibt es bessere Verdienstchancen

Wer in Dresden arbeitet, hat sachsenweit die besten Chancen auf eine überdurchschnittliche Bezahlung. Das mittlere Bruttoentgelt im Freistaat lag Ende 2024 über alle Vollzeitbeschäftigten hinweg bei 3388 Euro im Monat (Dresden: 3932 Euro).

Zum Vergleich: Die Leipziger Arbeitnehmer hatten im Schnitt 3784 Euro auf dem Lohnzettel stehen, die Chemnitzer 3577. Schlusslichter sind der Erzgebirgskreis (2965 Euro) und der Landkreis Görlitz (2985 Euro).

Im deutschlandweiten Vergleich rutscht Dresden dagegen ab, ist in mehreren Berufsgruppen Schlusslicht unter den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Das betrifft unter anderem Verkäufer, Kfz-Mechaniker und Reinigungskräfte.

Nur in wenigen Berufen liegt Dresden im deutschen Spitzenfeld. Dazu gehören etwa spezialisierte Informatiker und Lokführer.

Frauen und Männer: So hoch fallen die Lohnunterschiede aus

Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern gibt es, allerdings fallen diese in Dresden vergleichsweise gering aus. Lag das mittlere Bruttoentgelt bei Männern 2024 bei 4022 Euro, so erhielten Frauen im Schnitt 3794 Euro. Berufserfahrung und Qualifikation scheint ein bedeutenderer Faktor zu sein, denn deutlich größer sind die Unterschiede beim Alter und zwischen Helfertätigkeiten sowie Fachkräften und Spezialisten.

Die Daten: Woher sie kommen und wie verlässlich sie sind

Die Daten für den Entgeltatlas werden direkt von den Arbeitgebern an die Arbeitsagentur übermittelt und sind damit als zuverlässig einzustufen. Mehr als 500 Vollzeitbeschäftigte sind Voraussetzung dafür, dass Entgeltzahlen zu einem Beruf im Atlas angegeben werden.

Ungenauigkeiten kann es bei den hoch bezahlten Jobs geben. So ist von den Arbeitgebern nur das sozialversicherungspflichtige Bruttoentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung zu melden. Diese liegt in Ostdeutschland bei etwa 7450 Euro.

Die Löhne sind als Vollzeitlöhne zu verstehen. Die Meldungen der Arbeitgeber würden zwar eine Unterscheidung nach Vollzeit- beziehungsweise Teilzeitbeschäftigung enthalten, jedoch keine Information über den Stundenumfang der einzelnen Beschäftigten, so die Arbeitsagentur. Nur durch die Eingrenzung auf Vollzeitbeschäftigte seien aussagekräftige Vergleiche möglich. Beschäftigte mit Mindestlohn sind dagegen enthalten, sofern sie voll arbeiten.

SZ

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