Deutsche Presse-Agentur dpa und Tobias Winzer
Erfurt/Leipzig. Mit einer Razzia in mehreren Bundesländern hat der Zoll am Montag Unternehmen aus der Baubranche unter die Lupe genommen. Wie das Hauptzollamt Erfurt mitteilte, stehen 16 Wohn- und Geschäftsräume in Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Fokus. Mehr als 160 Beamte seien seit dem Vormittag im Einsatz.
Verdacht auf Steuerhinterziehung und weitere Straftat – Durchsuchungen auch in Leipzig
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mühlhausen richten sich gegen einen 36 Jahre alten Beschuldigten aus Weimar, der Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten und Steuern hinterzogen haben soll. Gegen 21 weitere Beschuldigte im Alter zwischen 26 und 67 Jahren werde wegen des Verdachts der Beihilfe zu diesen Delikten ermittelt.
Wie ein Sprecher des Hauptzollamts Erfurt auf Nachfrage mitteilte, gab es deswegen am Montag auch Durchsuchungen in Wohn- und Geschäftsräumen in Leipzig. Die Ermittlungen richten sich gegen einen 67- und einen 41-Jährigen.
Firmen sollen untereinander Scheinrechnungen ausgetauscht haben
Der Hauptbeschuldigte soll mit Arbeitnehmern, die entweder nicht oder nur mit einem zu geringen Bruttolohn zur Sozialversicherung angemeldet waren und für die keine oder zu geringe Lohnsteuer gezahlt wurde, Schwarzarbeit ausgeführt haben, hieß es.
Zur Verschleierung sollen die beteiligten Firmen untereinander Scheinrechnungen ausgetauscht haben. Nach aktuellen Schätzungen liegt der entstandene Schaden bei mehr als 1,2 Millionen Euro. Bei den Durchsuchungen wurden Beweismittel sichergestellt, darunter Computer und Smartphones.


