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Eier in einigen Supermärkten ausverkauft: Geflügelpest sorgt für leere Regale in Sachsen

Die Geflügelpest sorgt für leere Eierregale in sächsischen Supermärkten. Betroffen sind mehrere Märkte, während Experten eine Entspannung in Aussicht stellen. Drohen bald höhere Preise?

Lesedauer: 2 Minuten

Die Folgen des Geflügelpest-Ausbruchs sind nun auch in den sächsischen Supermarkt-Regalen wie hier in Leipzig-Plagwitz zu spüren. In mehreren Supermärkten waren zuletzt die Eier fast oder komplett ausverkauft. Quelle: Robert NößlerDie Folgen des Geflügelpest-Ausbruchs sind nun auch in den sächsischen Supermarkt-Regalen wie hier in Leipzig-Plagwitz zu spüren. In mehreren Supermärkten waren zuletzt die Eier fast oder komplett ausverkauft. Quelle: Robert Nößler

Tobias Winzer

Dresden/Radebeul. Die Folgen des Geflügelpest-Ausbruchs sind nun auch in den sächsischen Supermarkt-Regalen zu spüren. In mehreren Supermärkten waren an den beiden Tagen vor Weihnachten oder auch am heutigen Montag die Eier fast oder komplett ausverkauft. Entsprechende Meldungen gab es zum Beispiel aus dem Kaufland im Dresdner Elbepark, aus dem Rewe-Markt im Löma-Center in Radebeul oder jüngst aus dem Rewe-Markt in Leipzig-Plagwitz. In anderen Supermärkten gibt es nach wie vor nur eine begrenzte Auswahl – also zum Beispiel nur Eier aus Bodenhaltung.

Mitte Dezember war die Geflügelpest in einem Großbetrieb in Ebersbach nahe Radeburg im Landkreis Meißen festgestellt worden. Der gesamte Bestand von rund 310.000 Tieren musste getötet werden. Dies habe natürlich auch Auswirkungen auf den Handel, sagt der Vorsitzende des Geflügelwirtschaftsverbandes Sachsen, Christian Riedel. Hinzu komme eine erhöhte Nachfrage kurz vor Weihnachten, sagt Riedel, der zusammen mit seinem Sohn auch Geschäftsführer des Großenhainer Geflügelhofs ist.

Verbandschef Riedel: Eier sind bundesweit Mangelware

Riedel rechnet in den kommenden Tagen zwar mit einer leichten Entspannung, allerdings allgemein mit einer weiterhin kritischen Lage. Eier seien bundesweit Mangelware, genau wie Jungtiere. „Das wirkt sich aus.“

Am Beispiel des Ebersbacher Großbetriebs erklärt Riedel, wie lange es dauert, das Geschäft wieder hochzufahren. Er schätzt, dass zum Jahreswechsel die letzten Tiere gekeult werden. Der anschließende Reinigungsprozess dauere vier Wochen. Anschließend vergehen seiner Aussage nach sieben bis acht Monate, bis die aufgezogenen Hühner wieder verkaufsfähige Eier produzieren können.

Nicht immer Eier jeder Haltungsform und Größe verfügbar

Ob es in den kommenden Tagen und Wochen nochmals vereinzelt zu ausverkauften Eierregalen kommen wird, kann Riedel nicht sagen. Der Handel sei regional und überregional verflochten. Möglich sei aber beispielsweise, dass es Eier mancher Haltungsform oder Größe nicht geben werde.

Bei Kaufland spricht man von „temporären Lieferverzögerungen“ in einzelnen Filialen. Beim Handelsunternehmen Edeka ist hingegen nichts über einen Ausverkauf an Eiern bekannt. „Das war auch vor Weihnachten kein Thema“, sagt Sprecherin Stefanie Schmitt. Es gebe keine Engpässe. Die jeweiligen Händler könnten die Eier entweder im Edeka-Zentrallager beziehen oder eigene Verträge mit regionalen Lieferanten abschließen.

Bis zu 50 Cent mehr pro Eierpackung

Neben einem ausgedünnten Angebot müssen sich die Kunden aber auch auf steigende Preise bei Eiern einstellen.

Laut Verbandschef Riedel laufen die Verträge der Geflügelbetriebe mit den Einzelhandelsunternehmen üblicherweise im Januar oder Februar aus. Er geht davon aus, dass danach drei bis fünf Cent pro Ei mehr gezahlt werden müssen.

Weiterer Geflügelpest-Verdachtsfall im Landkreis Meißen

Derweil sind über die Weihnachtstage keine weiteren Geflügelpest-Fälle in Sachsen registriert worden. Es gebe allerdings aktuell einen neuen Verdachtsfall bei einer Wildgans aus dem Landkreis Meißen. Diese sei in Radebeul gefunden worden, teilt das sächsische Gesundheitsministerium mit.

An der Gesamtbewertung der Situation ändere sich nichts. Nach wie vor sei das Risiko der Einschleppung der Infektion hoch.

SZ

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