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Geldnot bei deutschem Hotelriesen: Harter Schlag für Hotellerie in Sachsen

Einer der größten Betreiber in der deutschen Hotelbranche hat Insolvenz beantragt. Davon sind bekannte Marken wie Accor oder Wyndham betroffen – und 13 Häuser in Dresden und Leipzig.

Lesedauer: 2 Minuten

Das Luxushotel Hyperion am Dresdner Schloss ist ebenfalls von der Insolvenz der Revo-Hospitality-Gruppe betroffen. Quelle: Sven Geisler

Ulrich Wolf und Deutsche Presse-Agentur dpa

Berlin/Dresden. Einer der größten deutschen Hotelbetreiber steckt in Geldnöten. Die Revo-Hospitality-Gruppe (RHG) mit Sitz in Berlin hat für rund 140 ihrer Gesellschaften eine Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Charlottenburg beantragt.

RHG organisiert im Auftrag den Betrieb in Hotels bekannter Marken wie Accor, Dorint, Hyatt oder Wyndham.

Hyperion in Dresden und Leipzig betroffen

In Sachsen ist die Gruppe in Dresden und Leipzig tätig. In der Landeshauptstadt betreibt RHG das Townhouse Dresden am Neumarkt, die Amedia-Hotels Elbpromenade und Plaza sowie das Hyperion Hotel am Schloss.

Sogar neun Häuser führt die Gruppe in und um Leipzig. Das sind das Amedia Leipzig, das H2- und das H4-Hotel, das Hyperion-Hotel, das Markgraf-Hotel, das Townhouse Leipzig, das Viena House Easy Leipzig sowie das H+-Hotel Leipzig-Halle in Landsberg und das Ibis Styles Leipzig in Schkeuditz.

Insgesamt ist die RHG nach eigenen Angaben für 176 Hotels allein in Deutschland zuständig. Dort arbeiten rund 5000 Menschen. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, der Betrieb werde vorerst fortgesetzt, die Gehälter der Beschäftigten seien für die ersten drei Monate dieses Jahres über das Insolvenzgeld abgesichert.

Zu aggressive Expansion, zu wenig Umsatz

Der vom Gericht eingesetzte Wirtschaftsjurist Gordon Geiser, der das Management bei der Sanierung des Unternehmens unterstützt, teilte mit, es bestünden „gute Aussichten für eine langfristige Fortführung“.

Ein wesentlicher Grund für die Insolvenz sei die starke Expansion der vergangenen Jahre gewesen. Seit 2020 habe sich die Zahl der betreuten Hotels verfünffacht, hieß es. Diese Akquisitionen seien mit erheblichen Kosten verbunden gewesen, und die Übernachtungszahlen seien nicht so hoch ausgefallen wie erwartet. Man mache sich nun auf die Suche nach neuen Investoren.

Die RHG gibt auf ihrer Homepage an, insgesamt 223 Hotels in zwölf Staaten zu betreiben. Gegründet hat die Gruppe 2008 Ruslan Husry, der in jenem Jahr das Hotel „Markgraf“ im Leipziger Süden übernahm und dann aggressiv als HR-Group expandierte, insbesondere in Berlin.

Über Husry ist wenig bekannt. Nach Recherchen von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung ist er 49 Jahre alt und stammt aus dem russischen Sankt Petersburg. Diversen Handelsregisterauszügen zufolge lebte er unter anderem im dänischen Ry und ist jetzt in Berlin gemeldet.

SZ

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