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In Rekordzeit von Dresden nach Berlin – das bringt der Fahrplanwechsel für Sachsen

Für Sachsen bringt der neue Bahnfahrplan ab 14. Dezember mehr Direktverbindungen und kürzere Fahrzeiten. Einige Verbindungen entfallen jedoch – was sich ändert, zeigt der Überblick.

Lesedauer: 4 Minuten

Ab 14. Dezember gilt der neue Fahrplan der Deutschen Bahn. Quelle: Jan Woitas/dpa

Franziska Anders und Tobias Winzer

Dresden. Am 14. Dezember 2025 tritt der neue Fahrplan der Deutschen Bahn in Kraft – und mit ihm zahlreiche Neuerungen für Sachsen. Die Bahn setzt dabei auf gezielte Angebotsausweitungen, neue Direktverbindungen und schnellere Fahrzeiten trotz umfangreicher Bauarbeiten.

Im Fokus stehen dabei besonders neue internationale Fernverbindungen. Verbesserungen gibt es auch auf der Strecke Dresden-Berlin. Zum Fahrplanwechsel werden die Bauarbeiten auf dem Streckenabschnitt abgeschlossen. Einige Züge sind somit künftig in Rekordzeit unterwegs.

In 95 Minuten von Dresden nach Berlin

Nach dem Ende der Bauarbeiten auf der Strecke Dresden-Berlin brauchen die Railjets der österreichischen und tschechischen Bahn zwischen 95 und 98 Minuten für den Weg – rund 15 Minuten weniger als zuvor. Die Intercity (IC) der Deutschen Bahn sind zwischen 117 und 121 Minuten unterwegs. Grund dafür sind vor allem die zusätzlichen Zwischenhalte der IC-Züge: Insbesondere der Umweg über Flughafen BER und der dortige Fahrtrichtungswechsel erhöht die Fahrtdauer im Vergleich zu den direkten Railjet-Zügen.

Vom Dresdner Hauptbahnhof fahren die IC alle zwei Stunden direkt zum Flughafen BER – die Fahrtzeit beträgt 95 Minuten.

Wer aber in den richtigen Zug einsteigt, ist zwischen Dresden und Berlin so schnell unterwegs wie wohl noch nie laut Fahrplan. In den 1930er-Jahren hatte es der sogenannte Henschel-Wegmann-Zug mit seiner stromlinienförmigen Dampflok in 100 Minuten geschafft.

Auch der Bahn-Konkurrent Flixtrain profitiert vom Ende der Bauarbeiten. Die grünen Züge brauchen nur noch 101 Minuten für den Weg zwischen den beiden Großstädten – ein Minus von 20 Minuten. Auf der Strecke Dresden–Köln via Berlin, Hannover, Bielefeld und Dortmund verkürzt sich die Reisezeit um etwa 25 Minuten.

Flixtrain fährt wieder von Leipzig nach Berlin

Wegen Bauarbeiten auf der sogenannten Anhalter Bahn hatte Flixtrain die Fahrten auf den Strecken Leipzig-Berlin und Leipzig-Hamburg seit September ausgesetzt. „Mit der Fahrplanumstellung nehmen wir den FlixTrain-Betrieb ab Leipzig wieder auf“, teilt eine Sprecherin mit.

Neben Hamburg via Berlin können Flixtrain-Kunden ab 14. Dezember auch wieder ohne Umstieg von Leipzig nach Köln via Berlin, Hannover, Bielefeld und Dortmund reisen.

Neue ICE-Verbindung über die Mitte-Deutschland-Verbindung

Auf der Mitte-Deutschland-Verbindung gibt es eine neue tägliche ICE-Verbindung von Dresden über Leipzig und Erfurt nach Köln – schneller als die bisherigen ICs auf dieser Strecke. Bis 20. September fährt ein ICE ab Dresden um 8.44 Uhr und erreicht Köln um 15.49 Uhr. In der Gegenrichtung startet der Zug mittags in Köln und erreicht Sachsen am Abend. Der Zug ist rund 30 bis 40 Minuten schneller unterwegs als die bisherigen Verbindungen.

Direkt von Dresden nach Kopenhagen

Nicht zur Fahrplanumstellung, aber ab 1. Mai 2026 fahren neue Direktzüge zwischen Dresden, Bad Schandau und Kopenhagen – zweimal täglich und ohne Umstieg. Möglich wird das durch die Verlängerung der ComfortJet-Züge der tschechischen Bahn ČD, die bisher zwischen Prag, Dresden, Berlin und Hamburg verkehren.

Zusätzlich wird im Sommer ein Nachtzug angeboten. Damit steigen die Direktverbindungen zwischen Dresden und Hamburg auf bis zu acht Fahrten täglich.

Abfahrt in Dresden nach Kopenhagen ist um 8.53 Uhr und 12.53 Uhr, Ankunft aus Kopenhagen in Dresden um 15.07 Uhr und 19.07 Uhr. Im Sommer verkehrt ein weiterer ComfortJet je Richtung über Nacht zwischen Kopenhagen und Prag mit Ankunft in Dresden um 9.07 Uhr aus Richtung Norden bzw. Abfahrt in Dresden um 18.53 Uhr in Richtung Norden.

Neue Fernverbindung: Leipzig–Breslau–Krakau mit Halt in Ostsachsen

Eine neue Eurocity-Linie der Deutschen Bahn und der polnischen Bahn PKP verbindet ab 14. Dezember zweimal täglich Leipzig mit Breslau und Krakau. Ein Zug fährt sogar weiter bis an die ukrainische Grenze nach Przemysl.

Die Züge halten unter anderem in Riesa, Elsterwerda, Ruhland und Hoyerswerda. Durch den Anschluss an den Nahverkehr profitieren auch Chemnitz, Dresden und Görlitz von der neuen Linie. Die Fahrzeit Leipzig–Breslau beträgt etwa dreieinhalb Stunden, nach Krakau rund sieben Stunden.

Abfahrt in Leipzig ist um 10.55 Uhr und 14.55 Uhr, in Hoyerswerda um 12.36 Uhr und 16.36 Uhr. In der Gegenrichtung ist die Ankunft in Leipzig um 13.04 Uhr und 17.04 Uhr.

Ab Leipzig – neue Verbindung nach Innsbruck

Die täglichen Direktverbindungen von Berlin und Erfurt über Passau nach Wien entfallen ab Februar 2026 wegen Bauarbeiten. Als Ersatz fährt ein Zug pro Richtung von Hamburg bzw. Berlin über Erfurt und Leipzig nach Innsbruck. Unterwegs hält er unter anderem in Nürnberg und Augsburg. Die Rückfahrt beginnt morgens in Tirol, mit Ankunft am Nachmittag in Sachsen.

Direkt von Halle/Saale nach Paris

Diese neue Fernzug-Verbindung dürfte vor allem für Leipziger attraktiv sein. Der 2024 eingeführte Direktzug Berlin–Paris wird ab 14. Dezember auch in Halle/Saale halten. Abfahrt ist in Halle täglich um 8.18 Uhr, Ankunft in Paris um 14.52 Uhr. Dort startet der ICE um 11.07 Uhr und erreicht Halle um 17.41 Uhr. Leipzig und Halle/Saale wiederum sind hochfrequent mit S-Bahn und Intercity verbunden.

Stärkere Anbindung für Bitterfeld und Frühverbindung für Erfurt

Bitterfeld wird neu zweistündlich an die Linie Hamburg–Berlin–Leipzig–München angebunden – mit Direktverbindungen nach Leipzig und Erlangen.

Ein neuer Früh-ICE ab Erfurt (5.29 Uhr) über Eisenach ersetzt eine Verbindung, die seit Sommer 2025 ausfällt. Zwei späte ICE-Züge aus Baden-Württemberg fahren künftig täglich weiter bis Leipzig oder Lutherstadt Wittenberg.

Mehr Platz in den Intercity-Zügen nach Rostock

Die Intercity-Linie Chemnitz–Dresden–Berlin–Rostock wird ab Dezember mit neuen Doppelstockzügen betrieben, die rund 170 Sitzplätze mehr pro Zug bieten. Der Halt in Doberlug-Kirchhain entfällt allerdings. Auch die Weiterführung nach Warnemünde sowie einzelne ICE-Verlängerungen entfallen zugunsten eines stabileren Fahrplans.

Streichungen bei gering nachgefragten Linien

Auf der Strecke Leipzig–Jena–Nürnberg wird das Intercity-Angebot tagsüber stark reduziert, da viele Reisende aus Sicht der Deutschen Bahn günstigere Nahverkehrsangebote nutzen. Zwei Zugpaare bleiben erhalten, ein nächtliches Paar verkehrt künftig als ICE über München. Im Fernverkehr Leipzig/Magdeburg–Hannover entfallen zwei Züge wegen geringer Auslastung. Magdeburg erhält durch Umleitungen während einer Sperrung 2026 zusätzliche ICE-Halte.

Schnellere Verbindungen nach München und Stuttgart

Zwischen Erfurt und Nürnberg fahren ab 2026 doppelt so viele ICE-Züge – alle 30 Minuten. Das verkürzt auch die Reisezeiten zwischen Dresden und München auf rund 4 Stunden und 15 Minuten oder von Halle nach Passau auf 3 Stunden und 30 Minuten. Auch Reisende nach Stuttgart profitieren: Ab Erfurt geht es künftig in 3 Stunden und 40 Minuten in die baden-württembergische Landeshauptstadt.

SZ

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