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Sachsens Gründerinnenpreis geht an „radikal nachhaltige“ Unternehmerin

Drei Siegerinnen bekommen den Sächsischen Gründerinnenpreis - aus den Branchen Pflege, Design und Landwirtschaft. Sie haben etwas gemeinsam.

Lesedauer: 2 Minuten

Ramona Kempf ist eine der Gewinnerinnen des Sächsischen Gründerinnenpreises.
Ramona Kempf ist eine der Gewinnerinnen des Sächsischen Gründerinnenpreises - obwohl sie keinen Gewinn anstrebt. Auch ein Pflegedienst gewann. © Archivfoto: Sebastian Schultz

Von Georg Moeritz

Dresden/Riesa. Wer den Sächsischen Gründerinnenpreis bekommen will, muss nicht Liebling der Banken sein: Die Jury lässt sich auch von einem „radikal nachhaltigen Unternehmensansatz“ überzeugen, der sich sogar in der Abkehr von der Gewinn-Orientierung des Unternehmens zeigt. Mit dieser Begründung bekam die Bio-Gemüsegärtnerin Ramona Kempf aus der Nähe von Riesa am Sonnabend den Nachhaltigkeitspreis von Gleichstellungsministerin Katja Meier (Grüne) im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden.

Ramona Kempf hat eine Solidarische Landwirtschaft (Solawi) gegründet, in der auf zwei Hektar Bio-Gemüse und Obst gedeihen. Mitglieder der Solawi zahlen einen festen monatlichen Beitrag und helfen auf dem Acker. Der wird laut Jury so bearbeitet, dass Wasser gut in die Tiefe versickern kann. Der Erosion wird vorgebeugt und der Humus-Aufbau gefördert.

Der Sächsische Gründerinnenpreis wird aber auch in den Kategorien Wachstum und Neugründung vergeben. Ministerin Meier ehrte das Unternehmen Pflegeimpuls Dresden gGmbH in der Kategorie Wachstumsunternehmen. Die vier Frauen Yvonne Schiffmann, Lisa Schmidt, Franziska Meinel und Michaela Schnur betreiben einen ambulanten Kranken- und Altenpflegedienst, der ohne Dienstwagen auskommt. Pflegeimpuls nutzt eine Elektro-Fahrrad-Flotte.

Soziales Engagement bringt auch Punkte

Das Unternehmen hat sich laut Jury auf „anthroposophische Pflege“ spezialisiert. Auch bei Pflegeimpuls stehe Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Die Jury würdigte den „enorm wichtigen Beitrag“ der Unternehmerinnen für die Gesellschaft und die wertschätzende Unternehmenskultur – für Mitarbeitende und Patienten.

Nachhaltiges Engagement gehört laut Jury auch zur Arbeit der Preisträgerin in der Kategorie Neugründung: Die Dresdnerin Stephanie Friedemann mit ihrem Unternehmen Finie & Fasel ist Designerin für Stoffe. Sie illustriert Aquarellmotive mit Pinsel und Farbe, digitalisiert sie und lässt sich laut Jury in „besonders langlebigen Druckverfahren auf besonders weiche Stoffe“ drucken. Sie verkaufe auch Uni-Stoffe und Zubehör, Reststoffe spende sie unter anderem für die Herstellung von Kleidung für Sternenkinder. Friedemann überzeugte die Jury „mit ihrer klaren und klugen Art der Unternehmensführung“ und ihrem sozialen und nachhaltigen Engagement.

Um den Sächsischen Gründerinnenpreis hatten sich in diesem Jahr 75 Unternehmerinnen beworben. Die Jury besteht aus neun Personen. Alle drei Preise sind mit 5.000 Euro dotiert. Der Preis wird seit 2008 jährlich vergeben. Er soll das Engagement von Frauen in der Öffentlichkeit sichtbar machen.

Ministerin Meier würdigte die Leistung der Preisträgerinnen auch als beispielhaft für demokratische Kultur. Der persönliche Austausch und die starken und wachsenden Netzwerke trügen dazu bei, die Welt nachhaltiger, vielfältiger und verantwortungsvoller zu machen. „Nicht zuletzt aus diesem Grund bin ich zuversichtlich, was die Zukunft der weiblichen Unternehmensgründungen in Sachsen angeht.“

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