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Tag der Industrie & Wissenschaft 2026: Förderpreis für biologisch abbaubare Elektronik

Wie kommt Sachsens Industrie aus der Krise. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Industrievereins Sachsen 1828 e.V. und des Branchennetzwerks Silicon wurde der Blick auf die Stärken und nach vorn gerichtet.

Lesedauer: 2 Minuten

Ein Mann steht an einem Podium.
Preisträger Rakesh Nair will nachhaltige Elektronik herstellen. Foto: Ines Escherisch

Von Nora Miethke

Dresden. Die Industrie in Sachsen steckt in der Krise, allen voran der Automobilbau und der Maschinenbau, letzterer vor allem wegen des von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Zollchaos. Tausende von Arbeitsplätzen brechen weg. Daher ist die Frage drängend, wie schaffen die sächsischen Unternehmen es, Innovationen auf den Markt zu bringen und so neue Arbeitsplätze in neuen Firmen oder gar neuen Branchen zu generieren.

Das war Thema auf dem „Tag der Industrie und Wissenschaft“, zu dem der Industrieverein Sachsen 1828 e.V. und das Hightech-Branchennetzwerk Silicon Saxony am Montag eingeladen hatte. „Wie schaffen wir es, dass Wissen und Forschungsergebnisse schnell in Produkte überführt werden und den Unternehmergeist beflügelt“, begrüßte Martin Dix, Präsident des Industrievereins Sachsen 1828 die Gäste.  Man traf sich bei Infineon in Dresden, Festredner war Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Die Idee zu der gemeinsamen Veranstaltung war im vergangenen Sommer auf dem Erfinderfestival Maker United in Chemnitz entstanden, das der Industrieverein organisierte, Infineon finanziell unterstützte und Kretschmer eröffnete.

Zentrale Themen, die die Unternehmer und Unternehmerinnen umtreiben, sind laut Dix die Fachkräftesicherung und die Standortattraktivität. „Wir schauen oft nach Südostasien, wo schnell skaliert wird. Sind wir Skalierer oder Spezialisten?“, so Dix. Er meint, die Sachsen seien beides.

Potential dazu haben die Forschungsergebnisse von Dr. Rakesh Nair von der Technischen Universität Dresden zur Entwicklung nachhaltiger, lignocellulosebasierter Substrate für elektronische Anwendungen. Er wurde mit dem 5.000 Euro dotierten Förderpreis „Richard Hartmann“ ausgezeichnet. Damit werden herausragende industrienahe wissenschaftliche Arbeiten mit besonderer Relevanz für die sächsische Wirtschaft gewürdigt. Aus wissenschaftlicher Neugier hat er die Struktur eines Magnolienblattes untersucht. Daraus entstanden ist die Forschung zur  Nutzung natürlicher Pflanzen- und Blattstrukturen als funktionale Trägermaterialien für elektronische Bauelemente.

Durch gezielte Materialaufbereitung und Funktionalisierung gelingt es ihm, diese biologischen Strukturen für den Einsatz in flexibler und teilweise transparenter Elektronik nutzbar zu machen. Das eröffnet neue Perspektiven für ressourcenschonende, biologisch abbaubare Elektroniklösungen für flexible Sensorik oder kurzlebige elektronische Anwendungen. Mit seinen Leiterplatten aus Blättern würden sich Millionen Tonnen an Elektroschrott vermeiden.

Auf der Basis von 11 angemeldeten Patenten und 1,1 Millionen Euro eingeworbenen Fördermitteln plant Rakesh Nair mehrere Startup-Ausgründungen. Der Preisträger selbst wünscht sich, dass Silicon Saxony eines Tages auch als Standort für ökologisch nachhaltige Mikroelektronik bekannt werden wird. Dabei zeigte er eine biologisch abbaubare Leiterplatte – ein Beweis, wie weit seine Geschäftsidee vorangeschritten ist.

Ministerpräsident Michael Kretschmer lobte die Technologieförderung in Sachsen. Foto: Ines Escherisch

Michael Kretschmer ist froh, Wissenschaftler wie den Inder Rakesh Nair in Sachsen zu haben. „Ich hoffe, dass sie noch lange bleiben und viele ihrer Landsleute nachholen“, rief er ihm zu. Der Ministerpräsident lobte die Technologieförderung in Sachsen, die eine der themenoffensten in Deutschland wäre. Mit Blick auf den Masterplan für Südwestsachsen hofft er nach eigenen Worten auf die Ideen aus dem Industrieverein Sachsen 1828. Der Strukturwandel im Lausitzer Kohlerevier zeige , „wie schwer es der Politik fällt, allein etwas Neues entstehen zu lassen. „Die Ideen müssen aus der Unternehmerschaft kommen, nicht von Bürgermeistern und Landtagsabgeordneten“, so Kretschmer.

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