Neuhausen. 60 Jahre nach der Gründung durch ihren Großvater Walfried Winterling übernimmt die 30-jährige Helene Winterling die gleichnamige Maschinenbaufirma in Neuhausen. Sie folgt damit ihrem Vater Rolf Winterling. Das Unternehmen produziert unter anderem Dreh- und Frästeile und beliefert damit bundesweit Kunden. Die Firma hatte in den vergangenen Jahren kontinuierlich in die Ausbau ihres Maschinenparks investiert. Als von der Handwerkskammer Chemnitz und der Sächsischen Industrie- und Handelskammer Chemnitz geprüfter und anerkannter Lehrbetrieb bietet Winterling unter anderem Ausbildungsstellen für Zerspanungsmechaniker und Industriekaufleute an und ist darüber hinaus Praxispartner für verschiedene duale Studiengänge. Mit dem Generationswechsel stellt sich das Unternehmen nun für die Zukunft auf.
Walfried Winterling gründete die Firma vor 60 Jahren. Grundlage war seine Arbeit in einer Stuhlbaufirma, wo er auf Bitten einer Kollegin eine Maschine entwickelte, die Stuhlteile zusammenpresste, um die schwere Arbeit zu erleichtern. „In der Nähe war im Krieg ein Flugzeug abgestürzt und ich baute dort einfach mal die Schmierpumpe aus, da ich diese für die Maschine benötigte“, verrät Walfried Winterling hinsichtlich seines nicht so ganz legalen Starts. Ähnlich gelagerte Unternehmen hatten von seinen Entwicklungen gehört. Letztendlich wurden mehr als 100 davon gebaut. So entstand das Maschinenbau-Unternehmen. 1987 übernahm Sohn Rolf die Geschäftsführung. Mit der Wende stieg Winterling Maschinenbau um auf CNC-Maschinen, damit konnte sich der Firmengründer schließlich zur Ruhe setzen. „Mit dem CNC-Einstieg sind wir in erster Linie zum Lohnfertiger für Metallteile geworden – damit brauchten wir auch niemanden mehr fürs Einrichten“, sagt Rolf Winterling, der das Unternehmen bis heute weiterführte.
Seine Tochter Helene absolvierte nach dem Fachabitur ihren Bachelor für Betriebswirtschaft und noch eine Ausbildung als Zerspanungsmechanikerin im elterlichen Betrieb. „2020 sagte ich noch, dass ich das Unternehmen irgendwann mal übernehmen will, 2023 war klar, dass es sofort losgehen könnte“, so Helene Winterling. Die Übernahme des Unternehmens mit 14 Mitarbeitern und vier Auszubildenden wird zum 1. Januar 2026 erfolgen. Ändern wird sich dann auch der Firmenname von „Rolf Winterling Maschinenbaumeister“ in „Winterling Präzisionstechnik Inhaberin Helene Winterling“ – und die Zugehörigkeit zur IHK Südwestsachsen . „Ich bin sehr froh darüber, dass Helene den Mut hat, den Betrieb weiterzuführen“, freut sich Vater Rolf. Und Opa Walfried ergänzt: „Helene strotzt vor Selbstbewusstsein – ich wünsche ihr nur das Beste!“ (WiS)


