Freital. Die anstehende Werksschließung ist in einer kleinen Mitteilung auf der Website des Ziegelherstellers eingebettet. „Es liegt auf der Hand, dass die Ziegelproduktion, die einen kontinuierlichen Betrieb bedingt, trotz vieler Anstrengungen so nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Daher werden wir die Produktion nächstes Jahr nicht weiter fortführen“, heißt es im Statement der Geschäftsführung von Eder.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich stellt seit über zwei Jahrzehnten am Standort in Freital Ziegelendprodukte her. Damit soll zum Jahreswechsel nun Schluss sein.
Nach der Beendigung der Produktion verabschiedet sich die Firma Eder im August des kommenden Jahres dann komplett aus dem sächsischen Ziegelgeschäft. Alle bestehenden Aufträge werden demnach noch fertiggestellt und den von der Schließung betroffenen 37 Mitarbeitern des Ziegelwerks wird bis zum Sommer 2026 die Zeit für Neoorientierung gegeben, so das veröffentlichte Statement.
Eder bleibt Freital erhalten
Die Firma Eder bleibt jedoch in Freital bestehen – nur das Kerngeschäft soll sich zukünftig ändern. Demnach wird aus dem sogenannten Ziegelzentrum ein Raum für nachhaltige Stadtentwicklung und Architektur sowie Veranstaltungen.
In welchem genauen Rahmen sich das neue Kerngeschäft des Unternehmens bewegt und wie viele der aktuellen Arbeitsplätze mit diesem neuen Konzept gesichert werden können, ist bis dato unklar.
Rote Zahlen bereits 2023
Im Unternehmensregister findet sich der Jahresabschlussbericht des Ziegelwerks Eder von 2023 wieder. In ihm erklärt das Freitaler Unternehmen ausführlich, dass steigende Energiekosten für die Produktion der Ziegel sowie eine stark sinkende Auftragslage ein Minus von über zwei Millionen Euro zum Jahresabschluss 2023 hinterließen.
„Die Realität aus einer lähmenden Kombination aus anhaltend hohen Baukosten und Zinsen bei gleichzeitig fehlender Förderung war auch für uns spürbar“, heißt es im Abschlussbericht wörtlich.
In den Jahren zwischen 2018 und 2022 machte das Ziegelwerk nach Angaben im Handelsregister noch Gewinne in Millionenhöhe.
Die Realität aus einer lähmenden Kombination aus anhaltend hohen Baukosten und Zinsen bei gleichzeitig fehlender Förderung war auch für uns spürbar. – Jahresabschlussbericht 2023 des Ziegelwerks
Der Wirtschaftsstandort Freital ist nach der Insolvenz des Freitaler Glaswerks im Februar dieses Jahres, der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage der BGH Edelstahl Freital und dem nun verkündeten Ausscheiden von Eder aus der Ziegelindustrie damit unter noch größerem Druck.
SZ


