Hohenstein-Ernstthal. Nach dem Insolvenzantrag des Solarherstellers Meyer Burger für die zwei deutschen Standorte stehen nun die Insolvenzverwalter fest. Für den Standort „Meyer Burger Germany GmbH“ in Hohenstein-Ernstthal hat das Gericht Professor Lucas Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing bestellt. Vorläufiger Insolvenzverwalter der Solarzellen-Produktion „Meyer Burger Industries GmbH“ in Bitterfeld-Wolfen und Hohenstein-Ernstthal ist Reinhard Klose, auch er ist Partner von Flöther & Wissing.
Flöther & Wissing gilt laut aktuellen Insolvenzkanzlei-Rankings führender Fachmagazine zu den Top-Kanzleien in Deutschland. Die Kanzlei hat bereits die Fluggesellschaft Air Berlin oder den Reise-Riesen Unister verwaltet.

Quelle: Flöther und Wissing
Meyer Burger: Löhne für drei Monate gesichert
„Wenn möglich, sollen die Standorte und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben“, verspricht Verwalter Reinhard Klose. Die Gehälter der rund 600 betroffenen Beschäftigten werden über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. „Die Geschäftsbetriebe laufen derzeit trotz der Insolvenzanträge weiter“, schildert Lucas Flöther die Situation bei Meyer Burger.
Flöther & Wissing prüfen zurzeit eine Investorenlösung. Meyer Burger hatte bereits in den vergangenen Monaten vergeblich versucht, einen Investor zu finden. „Die Entlassung der Mitarbeitenden in den USA und die Insolvenzen der deutschen Produktionsgesellschaften sind die schmerzliche Folge daraus“, erklärte Franz Richter, Meyer Burger Chef, auf Anfrage. „Politische Unsicherheiten in den USA haben die Investorensuche in den letzten Tagen und Wochen erheblich erschwert, da sie zu einer merklichen Zurückhaltung bei Investitionen in den Solarbereich geführt haben.“
Die Insolvenzverwalter machen sich jedoch Hoffnung: Es sei in einem Insolvenzverfahren deutlich einfacher, einen Investor zu finden, weil der Erwerber die Geschäftsbetriebe ohne Altlasten übernehmen kann. Dennoch geben auch sie zu, dass sich das Marktumfeld seit geraumer Zeit verschlechtert, unter anderem wegen der Billigkonkurrenz aus China.
SZ